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Dr. Sascha Schierz

Pädagogik, Uni Vechta

E-Mail: sascha.schierz{at}gmx.de
URL: Website

Kurzbiographie

  • 1997- 2001: Studium zum Diplom-Sozialwissenschaftler  (Schwerpunkt: Abweichendes Verhalten, Soziale Kontrolle und soziale Probleme) an der Bergischen Universität Wuppertal. Nebenfächer: Sozialpsychologie und Sozialpädagogik.
  • 1999- 2001: Studentische Hilfskraft im DFG-Forschungsprojekt „Kriminalität und Kriminalpolitik“ an der Bergischen Universität Wuppertal, Fachbereich 1 Sozialwissenschaften, Prof. Brusten/Dr. Reinke
  • 2001- 2002: Studium zum BA. Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal (abgebrochen)
  • 2002- 2002: Caritas Leverkusen, Gefährdetenhilfe - Obdachlosenhilfe (Honorarkraft)
  • 2002-2008: Promotionsstudium im Fachbereich Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal, betreut durch Prof. Heinz Sünker (Lehrstuhl Sozialpädagogik und Sozialpolitik). Nach der Ablehnung eines Forschungsantrages das Thema gewechselt und unter dem Thema „Wri(o)te: Graffiti, Transgression und Cultural Criminology in der Kontrollgesellschaft“ fortgesetzt. Eingereicht: Anfang Februar 2008
  • 2002-2008: Drogenhilfe Köln gGmbH, Haus Aggerblick (Honorarkraft)

        

Titel und Abstract des Dissertationsprojektes

Wri(o)te: Graffiti, Cultural Criminology und Trangression in der Kontrollgesellschaf
Prof. Dr. Heinz Sünker (Wuppertal)

Auch innerhalb der (kritischen) Kriminologie zeichnet sich seit einigen Jahren ein ´cultural turn´ ab. Es war sicherlich der Umweg über die Gouvernementalität, die das Feld auch hierzulande für entsprechende Fragestellungen geöffnet hat. Dabei ist gerade die „Cultural Criminology“ als primär ethnographische Feldforschung zwischen den „Cultural Studies“ und einer kritischen Kriminologie mit weitreichenden theoretischen wie methodischen Herausforderungen verbunden. Als zentrale theoretische Innovationen erweisen sich der Rückgriff auf Konzepte wie „carnival of crime“, „criminological verstehen“, „transgression“ und „articulation“. Diese werden im Projekt auf die Thematik der Kontrollgesellschaft als formierenden Kontext bezogen. Es zeigt sich, dass auch im Rahmen der „Cultural Criminology“ (ähnlich wie in den neueren Cultural Studies) eine Orientierung an Konzepten jenseits der häufig dekonstruktivistisch verstandenen Kategorien von Diskurs, Identität und Hegemonie zu suchen ist. Affekte und Emotionen (Furcht, Edgework) gewinnen im Umfeld Kriminalität und Kontrolle an Bedeutung. Galt Abweichung in kritischen Deutungen bisher vor allem als Produkt einer Zuschreibung oder als negative Statuszuweisung durch die Gesellschaft, könnte man nun behaupten, dass Abweichungen als karnevaleske Transgression expressiv performiert und gefühlsbetont erlebt werden. Am Beispiel der Geschichte, Gegenwart und Globalisierung der Writingkultur und des Anti-Graffiti-Diskurses soll eben dies aufgezeigt werden.

Link zur entstehenden Fotodokumentation des Projekts: www.flickr.com/photos/saschaschierz

Graffitistadtführungen in Köln: am 10.08.08 und am 14.08.08 im Rahmen des „Graffitolog 2008“, ansonsten auf Anfrage

Vortragstätigkeit

  • Schierz, S.: Graffiti – Zur Konstruktion einer postmodernen Stadtguerilla, Vortrag beim 5. Interdisziplinären Kolloquium Geschichte und Kriminologie, Freiburg, September 2001
  • Schierz, S.: „Sicherheit“ wird erlebbar – Ordnungspartnerschaften in NRW, Vortrag beim 13. AKIS Workshop des Arbeitskreises Innere Sicherheit, Osnabrück, Februar 2002
  • Schierz, S.: Akzeptanzdiskurs und moralfreie Räume, Vortrag bei der Tagung „Das Gefängnis und andere Häuser. Geschichte und Gegenwart des Ein- und Wegschließens von Menschen“ der Sektion Geschichte und Kriminologie der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie, Köln, Dezember 2002
  • Schierz, S.: „Jetzt wird es uns aber zu bunt hier“ – Graffiti und „Quality of Life Policing“ zwischen symbolischer Ökonomie und pastoraler Macht, Vortag während der Tagung „Kriminologie als Akteurin und Kritikerin gesellschaftlicher Entwicklung. Über das Verhältnis der Wissenschaft zur Sicherheit und ihren Verwaltern“ der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie und des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie (Wien), Wien, März 2003
  • Reinke, H./ Schierz, S.: „Clean up Cologne!“ – Beobachtungen zum ‚kontroll- und ordnungspolitischen’ Mehrwert von städtischen Sauberkeitskampagnen, Vortrag während der Herbsttagung „Stadt und soziale Kontrolle“ der Sektionen 'Soziale Probleme und Soziale Kontrolle' und 'Stadt- und Regionalsoziologie' der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Oldenburg, Oldenburg Oktober 2003
  • Schierz, S.: Moralfreie Räume und Modulation, Vortrag während des Kongresses „Kriminalität und Raum“, der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie und des AK Politische Geographie, Leipzig September 2007
  • Schierz, S.: Cultural Criminology als ´Cultural Turn´ in der Kriminologie - Oder welche Konsequenzen ergeben sich für das Studium sozialer Kontrolle?, Nachwuchstagung des Arbeitskreis Innere Sicherheit, Münster Januar 2008
  • Groll, K./ Reinke, H./ Schierz, S.: Der Bürger als kriminalpolitischer Akteur? Neue Versuche zur Vergemeinschaftung von Sicherheit und Ordnung, Vortrag während des Politologentages 2000, Halle, September 2000
  • Zusätzlich: diverse Teilnahmen an Podiumsdiskussionen (u.a. „Grüne“/„Verdi“) bzw. Radioprogrammen (u.a. Köln Campus/1 Live) zu Graffiti, Kontrolle und öffentlicher Raum. Interviewpartner für Presseberichte (u.a. TAZ, Die Süddeutsche, Stadtrevue, Fluter, Grow).

 

Publikationen

 

  • Schierz, S.: Öffentliche Ordnung und Heterotopie. Neoliberale Raumkontrolle am Beispiel Graffiti, unveröffentlicht 2001 (Diplomarbeit bei Dr. Kuhnekath und Dr. Reinke)
  • Schierz, S.: „Jetzt wird es uns aber zu bunt hier“ – Responsibilisierung als Modus staatlicher Sozialkontrolle am Beispiel Graffiti, in Kriminologisches Journal 4/2004, S. 212-224
  • Schierz, S.: „Sicherheit“ wird erlebbar – Ordnungspartnerschaften in Nordrhein-Westfalen, in: van Elsbergen, G. (Hrsg.): Wachen, kontrollieren, patrouillieren. Kustodialisierung der Inneren Sicherheit, Wiesbaden 2004, S. 119-131
  • Schierz, Sascha: Wri(o)te: Graffiti, Cultural Criminology und Transgression in der Kontrollgesellschaft, Wuppertal (unveröffentlicht, Dissertation) 2008
  • Schierz, Sascha: Quo Vadis Graffitikontrolle! Good Bye Broken Windows oder ist eine sozialpädagogische Annäherung an die Writingkultur überhaupt sinnvoll?
  • Reinke, H./ Schierz, S.: Soziale Kontrolle, in: Lange, H.-J. (Hrsg.): Wörterbuch zur inneren Sicherheit, Wiesbaden, 2006
  • Groll, K./ Reinke, H./ Schierz, S.: Der Bürger als kriminalpolitischer Akteur? Neue Versuche zur Vergemeinschaftung von Sicherheit und Ordnung, in: Lange, H.-J. (Hrsg.): Kriminalpolitik, Wiesbaden 2008
  • Bisher unveröffentlicht: Schierz, Sascha: Zur Neuskalierung des Sozialen im städtischen Raum, erscheint in: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau
  • Im Review: Schierz, Sascha: „Narrenhände beschmieren Tische und Wände“ – „Carnival of Crime“, Transgression und Intensität am Beispiel der Writingkultur, zur Zeit im Review Verfahren
  • In Vorbereitung: Reinke, Herbert/ Schierz, Sascha: Blood on the Dance Floor. Eine Soziologie des spätmodernen Nachtlebens am Beispiel britischer Ethnographien über die Night Time Economy, Gender und Gewalt (Arbeitstitel), für Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau
  • In Vorbereitung: Riskante Methodik - Ethnographie und „criminological verstehen“ als neue Elemente einer qualitativen Kriminologie (Arbeitstitel)
  • In Vorbereitung: Lights, Camera, Action – Videoüberwachung, Graffitivideos und der Karneval des Graffiti (Arbeitstitel)

        

Sonstige wissenschaftliche Aktivitäten/Mitgliedschaften

Kongressorganisation:

  • Gemeinsam mit Wolfgang Sturm: Graffiti. State of the Art: Köln 2006 (gefördert durch Aktion Mensch)
  • Gemeinsam mit Jan Wehrheim, Bernd Belina und Herbert Reinke: Kriminalität und Raum, Leipzig 2007
  • In Planung: Gemeinsam mit Herbert Reinke (Wuppertal/Berlin), Robert Mathies (Hamburg) und Nils Schumacher (Hamburg): Cultural Criminology, Institut für Kriminologische Sozialforschung (IKS), Uni Hamburg 2009

Ausstellungsorganisation:

  • Zur Zeit: Graffitolog ´08 (08.08-24.08.08), Alte Feuerwache Köln


Mitgliedschaften: