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Pejman Peyvandi Dipl.-Ing.

Bauingenieurwesen

E-Mail: peyvandi{at}uni-wuppertal.de

Kurzbiographie

 

  • Seit 11/06 Promotionsstudent an der Bergischen Universität Wuppertal
    in der Gruppe von Prof. Dr. – Ing. Markus Held und Prof. Dr. – Ing. Georg Pegels
  • Seit 02/2007 FES- Stipendiat (Friedrich-Ebert-Stiftung)
  • 07/05 -10/06 Bergische Universität Wuppertal
    Diplomarbeit zum Thema „Statische Berechnung eines Tunnelbauwerkes nach der neuen Stahlbetonnorm DIN 1045-1(07/2001) unter Berücksichtigung nichtlinearer Einflüsse“ bei Prof. Dr. – Ing. Markus Held
    Abschluss: Diplom-Ingenieur
  • 04/02-10/06 Bergische Universität Wuppertal, Bauingenieurwesen
  • 10/2000-03/02 Bergische Universität Wuppertal, Deutschkurs
  • 1993-1997 Studium im Iran, Bauingenieurwesen

 

Titel und Abstract des Dissertationsprojektes

 

 

Stahlfachwerkbauweise in Erdbebengebieten -Untersuchung massiver Ausfachungen-

Betreuer: Prof. Dr. –Ing. Markus Held, Bergische Universität Wuppertal

 

 

Kurzfassung

Der große Bedarf an sicherem Wohnraum ist ein Schlüsselproblem vieler Länder mit starkem Bevölkerungswachstum. Dieser Bedarf ist in Erdbebengebieten mit einem hohen Anteil an Wohnhäusern, die Erdstößen nicht standhalten können, besonders hoch. Daher betrifft erdbebensicherer Wohnungsbau Milliarden von Menschen weltweit, insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern.

Trotz der herausragenden Bedeutung des Wohnungsbaus in Erdbebengebieten wurde in Forschung und Praxis übersehen, dass vor allem niedrige Bauten mit vereinfachter Technologie erforderlich sind, die sich zudem wirtschaftlich herstellen lassen.

Um ein entsprechendes Konzept zum erdbebensicheren Wohnungsbau in Einklang mit den Lebensbedingungen in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu bringen, wurde anhand eines Fragebogens die Wohnsituation der Bevölkerung im Iran empirisch ausgewertet. Unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse aus dem Fragebogen wurden im Rahmen dieser Arbeit verschiedene Eigenschaften von Ausfachungsmaterialien für eine an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelte erdbebensichere Stahlfachwerkbauweise untersucht, die eine sichere und wirtschaftliche Lösung mit einfachen Technologien (Low-Tech) für Schwellen- und Entwicklungsländer darstellt.

Da die Gebäudeausfachungen nach Erdbebeneinwirkungen die größten Schäden aufweisen, wurden in dieser Arbeit die Gefache der Rahmenkonstruktionen mit Hilfe einer Schadensanalyse untersucht. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Gefache weniger steif und tragfähig sein müssen, sondern durch geringe Festigkeit der Materialien im Erdbebenfall vor allem stoßdämpfend wirken sollen. Dies widerspricht den bisherigen Forschungsansätzen, die auf eine hohe Tragfähigkeit und Steifigkeit von Mauerwerken abzielten.

Unter Berücksichtigung der verschiedenen Materialeigenschaften der Ausfachungen wird nachgewiesen, dass die Verwendung von Strohlehmsteinen beim Bau von Stahlfachwerkhäusern für die Anforderungen durch Erdbebenbeanspruchungen  besonderes geeignet ist. Dieser Baustoff weist vor allem Vorteile in Bezug auf die Materialeigenschaften auf, ist bei Schäden leicht zu reparieren, kostengünstig und jederzeit verfügbar. Die Auswahl des Baustoffs Strohlehm wurde durch die Auswertung numerischer Simulationen in Bezug auf die Berücksichtigung der Resttragfähigkeit der Ausfachungsmaterialien bestätigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Konzept auch fachfremden Personen leicht vermittelt werden kann. Dadurch wird ein großer Bevölkerungsanteil in die Lage versetzt, in Eigenarbeit neue sichere Wohnungen zu schaffen sowie die nach einem Erdbeben beschädigten Bauwerke selbst auszumauern und wieder aufzubauen.

 

 

Abstract

The high demand on safe houses is a key problem in all countries with a high population growth. This demand is even higher in earthquake-prone regions with a high portion of inappropriate houses, which cannot withstand the seismic shocks. Currently, earthquake-safe housing affects billions of people worldwide, especially in transitional and developing countries.

Despite the importance of housing in earthquake-prone regions of the world, one decisive fact in research and in practice is been ignored: low-rise buildings with simplified and economic constructional technologies are strongly required.

In order to align an appropriate concept with the living conditions in developing countries, the situation is been analyzed empirically, based on a questionnaire in the example country of Iran. Considering these results, different infill materials are been investigated in this work for the braced steel structure developed at Bergische University Wuppertal, aiming at an economic solution based on simple technologies (Low-Tech) for earthquake-resistant houses in transitional and developing countries.

Because the infill walls are the most damaged parts of a building after an earthquake, they are been investigated in this work, using a failure analysis. The results of this investigation demonstrate that instead of possessing a high stiffness and strength, the infill material should behave with a high damping. This may contradict the traditional research approaches, which suggest a high strength and stiffness of the masonry walls for this purpose.

Comparing different infill materials, it is been observed that adobe is appropriately applicable also in the earthquake regions. As an ideal material, adobe provides advantages in terms of cost and risk reduction as well as the possibility to be repaired. This thesis is been evaluated additionally by numerical simulations, considering the remaining strength of the infill materials.

The new concept should be shared even with laymen in regions with a high seismic hazard. Thus, a large portion of the population will be able to create new safe dwellings and to repair the damaged parts of the walls after an earthquake event as well as to reconstruct them.