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Astrid Duque-Antón

Romanistik (Spanisch)

E-Mail: Astrid.Duque{at}gmx.de

Kurzbiographie

Bachelorstudium in IberoCultura und English and American Studies an der Albert-Ludwigs-Universität von 2011 bis 2015 mit abschließender komparativer, interdisziplinärer Bachelorarbeit zum Thema „Geschlechterrollen und Transgression in Todo sobre mi madre von Pedro Almodóvar im Vergleich mit der US-amerikanischen TV-Serie „Girls““ mit Fokus auf Filmwissenschaft und Gender Studies unter der Betreuung von Prof. Dr. Hermann Herlinghaus. Erasmus-Aufenthalt in Madrid an der Universidad Complutense 2013/14. Von 2016-2017 Masterstudium in Media Studies: Film and Photographic Studies an der Leiden University, Niederlande mit abschließender filmwissenschaftlicher Masterarbeit zum Thema „Carlos Saura’s Cría Cuervos as a Mode of Reading: In-Between Narrative and Allegory“ unter der Betreuung von Dr. Peter Verstraten ebenfalls mit Fokus auf den spanischen Film sowie Allegorie und Fantastik.

 

Titel und Abstract des Dissertationsprojekts

Übergangsrituale im neuen körperlich-fantastischen Film

Das geplante Dissertationsprojekt setzt sich mit der Analyse von sechs Filmen der neuen Fantastik auseinander, die besonders den (non)narrativen Körper akzentuieren. Alle sechs Filme fokussieren fantastische Übergangsrituale, denen sich die Protagonisten körperlich unterziehen müssen. Die Frage, der die geplante Forschungsarbeit nachgehen möchte, ist, ob diese körperlichen Übergangsrituale vor allem im fantastischen Film vorkommen und ob die dargestellten Schwellenzustände (Liminalität) in der Lage sind, den Weg für ein alternatives Körperbild im affekt-performativen Sinne zu ebnen. Dabei wird sich das Projekt mit den Filmen analytisch auf narrativer Ebene, auf diskursiver Ebene und auf affekt-performativer Ebene auseinandersetzen. Der Fokus soll auf einer affekt-theoretischen Analyse liegen, die sich damit beschäftigt, wie die Körper in den ausgesuchten Filmen ihre Umwelt und andere Körper beeinflussen (affect) und im Gegenzug von ihnen beeinflusst werden (to be affected). Dabei soll von Gilles Deleuzes und Félix Guattaris Forschung zum Affekt ausgegangen werden, die die affekt-theoretische Arbeit von Brian Massumi und Melissa Gregg maßgeblich beeinflusst hat. Diese Ansätze werden in das Dissertationsprojekt miteingebunden, um den Affekt und die damit einhergehende Affekttheorie zu erklären. Elena del Ríos Forschung zur Affekt-Performanz wird in Bezug zu einer noch konkreteren Analyse des Filmkorpus angewendet. Der Begriff der Liminalität wird ausgehend von Victor Turners anthropologischer Forschung zu diesem Prozess analysiert werden.

Das ausgewählte Filmkorpus des neuen körperlich-fantastischen Films soll aus sechs Filmen aus den letzten acht Jahren bestehen, in denen der Körper und seine kontinuierliche, liminale Veränderung im Mittelpunkt stehen. Pedro Almodóvars Film La piel que habito (2011) beschäftigt sich mit der Perfektionierung des weiblichen Körpers und den Konsequenzen einer künstlichen Veränderung des menschlichen Körpers, nachdem ein plastischer Chirurg an einem anderen Mann, den er für den Vergewaltiger seiner einzigen Tochter hält und für ihren späteren Suizid verantwortlich macht, eine geschlechtsumwandelnde Operation durchführt. Ciro Guerras kolumbianischer Film El abrazo de la serpiente (2016) erzählt die Suche zweier Wissenschaftler nach einer Pflanze im Amazonas zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten, 1909 und 1940. Diese seltene Pflanze, Yakruna, verspricht die Heilung aller Krankheiten und beide Männer erhoffen sich davon auch eine ganz individuelle Heilung. Der Film zeigt auf, welche traumatischen körperlichen Konsequenzen das Eingreifen des Menschen in die Natur hat. Julia Ducournaus franko-belgischer Film Grave (2017) erzählt den Übergangsmoment der Kindheit hin zum Erwachsenenwerden als eine graduelle Veränderung, in der sich die Hauptdarstellerin bewusst wird, dass sie Kannibalin ist. Demiáns Rugna Aterrados (2018) zeigt in seinem argentinischen Horrorfilm die Liminalität zwischen der Welt der Lebenden und der Toten, wenn Menschen auf übernatürliche und schreckliche Weise in einer argentinischen Stadt zu Tode kommen. Dabei konfrontiert er das Publikum mit Bildern, die starke körperliche Mutilation der Charaktere fokussieren. Gaspar Noés franko-argentinischer Film Climax (2018) erzählt seinen Horrortrip als eine klaustrophobische Tanzeinlage, die durch LSD-versetzte Sangria entsteht und in der die fließenden Körperbewegungen der TänzerInnnen einen eigenen Erzählsog produzieren. Luca Guadagninos italienisch-US-amerikanisches Remake von Dario Argentos Suspiria (2018) verbindet die Kunst des Tanzes mit Horror- sowie Märchenelementen aus dem Hexenmythos und stellt die körperlichen Veränderungen der Tänzerinnen anhand von Tanz- sowie Horrorsequenzen dar.

Vortragstätigkeit

in Bearbeitung

 

 Publikationen

  • Veröffentlichung der Masterarbeit „Carlos Saura’s Cría Cuervos as a Mode of Reading: In-Between Narrative and Allegory“ im Online-Katalog der Leiden University.
  • Vorstellung des Filmprogramms „Expectations of the Cinematic Space“ im Rahmen des EYE on Art ResearchLabs des EYE Filmmuseums in Amsterdam im Mai 2017 mit einer filmgeschichtlichen sowie filmwissenschaftlichen Auseinandersetzung in Bezug auf die Besonderheit und Wichtigkeit des Kinos als Ort und Raum speziell für die Filmvorstellung. Ausgezeichnet mit „Best Curated Film Program“.