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Anna Luiza Andrade Coli

Philosophie

E-Mail: annaluizacoli{at}gmail.com
URL: Website

 

Kurzbiographie

  • WS 2014/15: Anfang der Promotion in Philosophie an der Bergische Universität Wuppertal. Thema: „Die kosmologische Philosophie Eugen Finks aus dem Standpunkt einer Überwindung der Phänomenologie Husserls im Lichte Hegels und Nietzsches“
  • 2011-2013: Master in Philosophie (Erasmus Mundus – Europhilosophie), Frankreich, Italien, Tschechische Republik). Titel des Masterthesis: „Unwirklichkeit und Bildbewusstsein: die Entstehung einer neuen phänomenologischen Methode in der Dissertation Eugen Finks“ Betreuer: Prof. Dr. Hans Rainer Sepp
  • 2010 - 2013: Master in Philosophie an der Universidade Federal de Minas Gerais, UFMG, Brasilien. Titel des Masterthesis: „O projeto da crítica do conhecimento na obra de juventude de Walter Benjamin.” [„Das Projekt des Erkenntniskritik in der Jugendwerk Walter Benjamins“] Betreuerin: Prof. Dr. Virgínia de Araújo Figueiredo
  • 2005 - 2009: Philosophiestudium an der Universidade Federal de Minas Gerais, UFMG, Brasilien. Titel der Abschlussarbeit: „Fragmentierung und alegorische Bedeutung des Modernes“. Betreuerin: Prof. Dr.Virgínia de Araújo Figueiredo

Titel und Abstract des Dissertationsprojektes

Titel: Die kosmologische Philosophie Eugen Finks aus dem Standpunkt einer Überwindung der Phänomenologie Husserls im Lichte Hegels und Nietzsches


Abstract: Die irreguläre Entwicklung der Phänomenologie Husserls ist größtenteils, nach Fink, für zahlreiche Missverständnisse in Rechnung zu tragen, die ihrerseits unterschiedliche Kritiken und Fehlinterpretationen verursacht haben. Mit diesem Argument eröffnet Eugen Fink seinen bedeutenden Artikel „Die phänomenologische Philosophie E. Husserls in der gegenwärtigen Kritik“, der 1933 in den Kant-Studien veröffentlicht wurde. Was aber hier nicht von Fink gesagt wird, ist die Tatsache, dass die ‚phänomenologische Philosophie‘, die in ihrer von allen Ungenauigkeiten gereinigten Klarheit darzustellen ist, ziemlich entfernt davon ist, was man normalerweise zu Husserls Gedanken zählt. Diese Darstellung erregte jedoch extremes Aufsehen, weil Fink die Phänomenologie Husserls im Lichte eines spekulativen Denkens, dessen Methode stark von Hegel beeinflusst wurde und Husserl selber fremd geblieben ist, dargestellt hat. Hegel spielt eine entscheidende Rolle bei der Neuformulierung einer Methode, mit der Fink darauf abzielt, den ‚methodischen Dogmatismus‘ der Phänomenologie Husserls zu überwinden. Allerdings, im Gegensatz zu der üblichen Position des größten Teils der Rezeption des Werkes Finks, geht es nicht um eine unbedeutende Umarbeitung oder um bloße Randbemerkungen zu zentralen Themen der Phänomenologie Husserls, sondern vielmehr um eine völlig andere Auffassung, was die Phänomenologie als Methode und die Philosophie selbst sein solle. Die Überzeugung, dass Fink tatsächlich nach der Entwicklung eines Systems der phänomenologischen Philosophie gestrebt hat, stellt den Ausgangspunkt dieser Arbeit dar.
Die Aufgabe, die Philosophie Finks in ihrer Originalität und eigenen Kraft zu zeigen, ist auf der einen Seite mit der Herausforderung einer kritischen Auseinandersetzung der Beeinflussung von Husserl und Heidegger konfrontiert. Diese Aufgabe ergibt Schwierigkeiten, wenn man in Betracht nimmt, dass viele der grundlegenden Konzepte von Fink in der Tat aus den Werken Husserls und Heideggers entstammen, obwohl sie innerhalb der Struktur des eigenen Systems Finks ganz andere Bedeutungen annehmen. Auf der anderen Seite ist diese Darstellung der Philosophie Finks von einer umgekehrten Bemühung abhängig, die die entscheidende Rolle von Hegel und Nietzsche in der Konsolidierung seines eigenen Gedankens gespielt hat.
In seinen frühen Werken, noch während der Assistentenjahre bei Husserl, zeigt Fink schon eine einzigartige und sehr ausgereifte Auffassung der methodologischen Begrenzung der Phänomenologie Husserls. Die spekulative Tendenz seiner Revision der phänomenologischen Methode bringt seine Affinität zur dialektischen Logik Hegels ins Licht, und dementsprechend seine Aussage, nach der die Phänomenologie ein ‚Transzendentaler Idealismus‘ sei, nicht im Sinne Husserls, sondern im Sinne eines umformulierten und an Hegel nahen Begriffs des ‚Transzendentalen‘. Das führt ihn zu den neu bestimmten Grundbegriffen ‚Welt‘ und ‚Subjektivität‘. Die Gründung der phänomenologischen Methode auf einer ganz neugestalteten Basis dient als Prolegomena, um eine neue Offenheit zur Welt zu erhalten, durch die die Subjektivität einen höheren Begriff der Welt zulässt und dieser durch die neugefasste Subjektivität das Spiel von prinzipiell antagonistischen Prinzipien offenlegt. Das Werk Finks in der Nachkriegszeit ist durch eine tragische Erfahrung der Welt geprägt, die er in Nietzsches Denken ausmacht. Die Tragödie in Nietzsche erscheint, laut Fink, als das Wissen einer wesentlichen Einheit und vor aller Ab-Teilung und Individualisierung der wirklichen Welt. Die tragische Konzeption wird daher aus dem Wissen geboren, dass alle endlichen Formen temporäre Momente des Flusses des Lebens sind und in diesem Sinne die Endlichkeit aller Dinge bedeutet und nicht einfach eine unwiderrufliche Verurteilung zum Sterben und Verschwinden, sondern eine unvermeidliche Rückkehr zur ‚Tiefe‘ des Lebens, in der die einzelnen Dinge ihren gemeinsamen Ursprung finden. In diesem Zusammenhang spielen die Begriffe ‚Spiel‘, und ‚Symbol‘ – und insbesondere der Begriff des ‚Spiel als Weltsymbol‘ – eine große Rolle in Finks System, als die Möglichkeit, die Überwindung der Phänomenologie als notwendigen aber prekären Schritt vorwärts in Richtung einer kosmologischen Philosophie zu denken.

Vortragstätigkeit

  • „Die VI. Cartesianische Meditation und Finks transzendentaler Idealismus“ – Diplomseminar Prag – Karls Universität Prag, Nov. 2014.
  • „Messianismus und Erkenntniskritik in Walter Benjamins Thesen über den Begriff der Geschichte“. École Normale Supérieure, Paris, Frankreich. 2013.
  • „Le monde pour nous; le monde en nous : réflexions sur le problème de la contingence du monde et de la représentation chez Husserl” - Université Toulouse Le Mirail, Toulouse, Frankreich. 2012.
  • „El orígen es la meta: el discurso em cortocircuito de la historia” Centro Cultural de la Memoria Haroldo Conti, Buenos Aires, Argentinien. 2010.
  • “Da reflexão romântica à alegoria trágica: notas sobre o caráter destrutivo em Walter Benjamin. Nationales Forschungstreffen der Postgraduellen Philosophiestudenten (ANPOF) - Águas de Lindóia, São Paulo, Brasilien, Oktober 2010
  • “Da realidade como fragmento à fragmentação da realidade: dois olhares sobre Walter Benjamin”. Vortrag zu dem Ästhetischen Seminar der Philosophieabteilung der UFMG, Belo Horizonte, Brasilien, September 2010.
  • “O pensamento da modernidade enquanto interrupção na obra de Walter Benjamin”. XII Treffen für Philosophieforschung an der UNICAMP – Universität von Campinas, São Paulo, Brasilien, August 2008.
  • “A fotografia e o lugar da percepção: considerações sobre a estética em Walter Benjamin. VI. Treffen für Philosophieforschung, Belo Horizonte, Brasilien, Mai 2008.
  • “A Origem (Ursprung) como alvo e o método interpretativo de Walter Benjamin”. X. Treffen für Philosophieforschung an der USP – São Paulo, Brasilien, Okt-Nov 2007.
  • “O corpo morto no bailado alegórico das ideias: matéria e verdade na epistemologia de Walter Benjamin”. Offener Vortrag in der Gruppe „Philosophie des Körpers“, in Zusammenarbeit mit Prof. Iracema Macedo, UFMG. Belo Horizonte, Brasilien, Nov 2006.
  • “O ocaso da experiência e a vivência em Baudelaire”. IV. Treffen für Philosophieforschung an der USP - Universität von São Paulo, São Paulo, Brasilien, Sep. 2006.

Publikationen

  • COLI, A. L., “A linguagem e a experiência da experiência: Blanchot e Benjamin entre o primeiro romantismo alemão e o surrealismo francês” in Pensando: Revista De Filosofia (UFPI), v. 5, p. 96-123, 2014. Piauí, Brasilien.
  • COLI, A. L., “A caixa preta como metáfora para o funcionamento das sociedades pós-históricas segundo Vilém Flusser” in Revista Kínesis (Marília), v. 3, S. 366-375, 2011. São Paulo, Brasilien.
  • COLI, A. L., “Uma leitura epistemológica de Sobre o conceito de história de Walter Benjamin” in Cadernos Benjaminianos, v. 3, S. 14-25, 2011. Belo Horizonte, Brasilien.
  • COLI, A.L., „A Origem é o alvo“: o discurso em curto-circuito da história ou o Schlegel de Benjamin. Kongress: III Seminario Internacional Políticas de la Memoria. Recordando a Walter Benjamin: Justicia, Historia y Verdad. Escrituras de la Memoria, Buenos Aires, 2010
  • COLI, A. L., “A Origem (Ursprung) como alvo e o método interpretativo de Walter Benjamin” in Cadernos Benjaminianos, v. 1, S. 1-11, 2009. Belo Horizonte, Brasilien.

Sonstige wissenschaftliche Aktivitäten/Mitgliedschaften

  • IPIW – International Promovieren in Wuppertal
  • Wuppertaler Kreis für Phänomenologie