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Tagungsbericht: „Ontologia – construction“ 24.-26.September 2009 an der Universität Hohenheim (Stuttgart)

 

von Jeannette Windheuser

 

 

Logo der Veranstaltung

 

Während ich mich mit theoretischen Grundlagen für mein Dissertationsprojekt auseinandersetzte, stieß ich auf die Tagung: „Ontologia – construction“. Die Veranstalter_innen der Tagung wollten sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive mit einer zunehmenden Diskussion um Letztursachen und Natürlichkeit in öffentlichen und wissenschaftlichen Debatten beschäftigen. Inhaltlich war ich vor allem an den Fragen nach der Ontologie der Identität und den Re-Ontologisierungen im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs interessiert.

Da ich im Bereich stationärer Erziehungshilfe forschen möchte, waren besonders die Vorträge zu ontologisierenden Vorstellungen in medizinischen Kontexten aufschlussreich. Für mein Dissertationsvorhaben war ebenfalls Paula-Irene Villas Vortrag zur „De-Ontologisierung des Geschlechtskörpers in Wissenschaft und Praxis“ spannend. Denn die Frage nach der Identität ist auch immer eine Frage nach der Inszenierung oder Performativität von Körpern.

Über diese konkreten Bezüge zwischen der Tagung und meinem Dissertationsvorhaben hinaus, wurde mir wieder bewusst, wie stark die Erziehungswissenschaften sich aus anderen Disziplinen speisen. Da viele (system-theoretisch orientierte) Soziolog_innen an der Tagung teilnahmen, wurden mir besonders die Überschneidungen soziologischer und pädagogischer Felder bewusst. Eine Verbindung war unter anderem der Einfluss medizinischer Diskurse und Bilder auf die Wahrnehmung psychischer Prozesse und die „Natürlichkeit“ des Menschen.

Als Teilnehmerin ohne Vortrag konnte ich verfolgen, welchen Stellenwert die Vorstellung eigener Projekte und deren Diskussion haben können. Das wird mir helfen, mich auf meine eigene Vortragstätigkeit vorzubereiten.

Anregend war auch, in kurzer Zeit so unterschiedliche Stile der Präsentation wissenschaftlicher Inhalte zu beobachten. Außerdem konnte ich mich mit anderen Doktorand_innen über die Prozesse der Themenfindung und -konkretisierung austauschen.

Insgesamt hat mir der Tagungsbesuch geholfen, mich mit grundlegenden theoretischen Begriffen auseinanderzusetzen und einen Einblick in wissenschaftliche Tagungen zu erlangen.

Der Rahmen der Tagung war beeindruckend, da wir in den Räumlichkeiten des Schlosses Hohenheim tagten. Das könnte auch für die Raumgestaltung der Universität Wuppertal inspirierend sein.