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Konferenzbericht vom 14. bundesweiten Workshop zur qualitativen Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (4.-5.02.2011), Magdeburg

Programmheft des Methodenworkshops

Am 4. und 5. Februar 2011 fand zum 14. Mal der bundesweite Workshop zu qualitativen Methoden des Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg statt. Über 370 TeilnehmerInnen aus sechs Ländern (Deutschland, Tschechien, Ukraine, Österreich, Schweiz und Polen) hatten die Gelegenheit, in 15 Arbeitsgruppen insgesamt 60 Dissertations- bzw. Habilitationsprojekte unter der Leitung renommierter WissenschaftlerInnen kennenzulernen sowie qualitative Methoden durch die Arbeit an eigenem bzw. fremdem Datenmaterial zu diskutieren. Dabei stellte Prof. Dr. Marotzki vom ZSM während des Eröffnungsplenums heraus, dass die gemeinsame Analyse während des Workshops nicht nur für die Teilnehmenden, sondern auch für die OrganisatorInnen und WorkshopleiterInnen ein Lernprozess bzw. Erkenntnisgewinn ist.

Als aktive Teilnehmerin der Arbeitsgruppe 2 bei Prof. Dr. Fromme und Prof. Dr. Marotzki (beide Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Medienforschung, Film-, Video- und Bild-analyse, Online-Forschung, Digital Game Studies, Bildungsforschung) habe ich während einer zweistündigen Workshopsitzung zunächst mein Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel „Lebensweltliches Sammeln als Bildungsprozess“ in einer Kurzpräsentation vorgestellt. Im Anschluss konnte ich mit Prof. Dr. Marotzki und den TeilnehmerInnen an von mir in die Sitzung eingebrachtem Datenmaterial, bestehend aus einer Interviewsequenz von 16 Seiten, arbeiten. Neben Fragen und Überlegungen zum Forschungsdesign stand die Ermittlung von Themenzentren im Interviewausschnitt hinsichtlich der Frage nach dem Umgang mit Wissen von SammlerInnen im Vordergrund. Das gemeinsame Arbeiten an meinem Datenmaterialausschnitt hat mir neue Perspektiven auf die Auswertung des gesamten Datenmaterials ermöglicht sowie wichtige Klärungen bzw. Erweiterungen bezüglich der bereits bestehenden Auswertungsschritte ergeben. Außerdem konnte ich durch die Teilnahme an den anderen in der Arbeitsgruppe 2 vorgestellten Forschungsprojekten einen Einblick in die Analyse und Interpretation (audio-)visueller, künstlerischer SchülerInnenarbeiten (Bildanalyse) erlangen sowie aufgrund der Rekonstruktion von Fallstrukturen in narrativen Interviews aus dem Bereich Schulforschung an der Ausarbeitung von Clustern in der Interviewanalyse mitwirken. Ferner habe ich das Verfahren der Erstellung von Netzwerkkarten – entwickelt von den amerikanischen WissenschaftlerInnen Robert C. Kahn und Toni C. Antonucci – kennengelernt, was für Überlegungen im Bereich der Biografieforschung zukünftig interessant sein könnte. Dabei kam auch hier die von mir in meinem Forschungsprojekt favorisierte Forschungshaltung der Grounded Theory zur Anwendung. Auf diese Weise habe ich meine Kenntnisse über qualitative Verfahren insgesamt gezielt ausbauen können. Zusätzlich bestand während der Workshopsitzungen die Möglichkeit, den jeweiligen ReferentInnen sowie Prof. Dr. Marotzki spezifische Fragen zu den Forschungsprojekten zu stellen und diese im persönlichen Gespräch zu vertiefen.

Durch die offene Atmosphäre der sehr gut organisierten Veranstaltung waren der fachliche Austausch und die Vernetzung mit anderen (Nachwuchs-)WissenschaftlerInnen optimal möglich. Hierdurch haben sich Kontakte zu KollegInnen in Köln, Heidelberg und Leipzig ergeben, die für den Fortgang meiner wissenschaftlichen Arbeit produktiv sind. Außerdem bestand während des Workshops die Möglichkeit, mit zwei LektorInnen eines renommierten Wissenschaftsverlages Fragen rund um die Veröffentlichung der Doktorarbeit erörtern.

Zusammenfassend kann ich festhalten, dass die Präsentation meines Forschungsprojektes während des Methodenworkshops in Magdeburg für den Fortgang der Überlegungen mehr als bereichernd war. Die aktive Teilnahme am Methodenworkshop hat mir erneut gezeigt, welchen Stellenwert die gemeinschaftliche Strukturierung und Analyse empirischen Materials hat und somit auch, welche zentrale Bedeutung die von mir initiierte Arbeitsgruppe „Forschungswerkstatt Qualitative Methoden“ im ZGS hat.

Durch die Unterstützung des ZGS haben (Nachwuchs-)ForscherInnen wie ich regelmäßig die Möglichkeit, mit anderen DoktorandInnen in Austausch zu treten, in Form von Materialtagen intensiv zusammenzuarbeiten und hierdurch den Promotionsprozess zielgerichtet zu organisieren. Dafür bedanke ich mich sehr.