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Veranstaltungsbericht von der 12th ISSEI zum Thema „Thought in Science and Fiction“, 2.-6. August 2010 an der Çankaya Üniversitesi in Ankara (Türkei)

 

von Julia Maria Mönig

 

 

Die 12th Conference of the International Society of the Study for European Ideas (12th ISSEI) fand vom 2.-6. August 2010 zum Thema „Thought in Science and Fiction“ an der Çankaya Üniversitesi in Ankara (Türkei) statt.

Im Vorfeld der interdisziplinären, alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz hatte der Call for Papers für die Session „Hannah Arendt on Science and the Human Condition“ meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da diese Session eine interessante Auseinandersetzung mit Hannah Arendts Anthropologie versprach. Nach Arendts Todestag im Jahr 2006 schien das Interesse an ihrer Philosophie und politischen Theorie hinsichtlich Tagungen und Konferenzen abgeschwächt, weshalb ich mich glücklich schätzte, dass auf der 12th ISSEI ein ganzes Panel zu ihr angeboten wurde.

Bereits beim Welcome Cocktail am ersten Abend traf ich zwei Wissenschaftlerinnen aus Indien und der Türkei, die sich – anhand der Namenschilder – umsahen, wer ebenfalls in der Hannah-Arendt-Session vortragen würde. Zwischen uns entstand nach einem kurzen Kennenlernen eine angeregte Diskussion über Hannah Arendts Philosophie.

Die Konferenz war in fünf Workshops gegliedert, die jeweils in Sessions unterteilt waren:

Workshop I: History, Geography, Science,

Workshop II: Economics, Politics, Law,

Workshop III: Education, Women\'s Studies, Sociology,

Workshop IV: Art, Theatre, Literature, Music, Culture,

Workshop V: Language, Philosophy, Anthropology, Psychology, Religion.

In der Hannah-Arendt-Session, die in die Workshops I und V eingeordnet war, wurden sieben Vorträge von WissenschaftlerInnen aus Australien, Deutschland, Indien, Kanada und der Türkei gehalten. Der Titel meines Vortrags lautete: „Modern Physics and Hannah Arendt\'s Concept of Action“. Aus der Diskussion im Anschluss an meinen Vortrag sowie aus den Gesprächen rund um die Konferenz bekam ich viele Anregungen für die Arbeit an meinem Dissertationsprojekt. Mit Chris Irwin leitete ein motivierender Professor von der School of Liberal Arts and Sciences des Humber College (Toronto, Kanada) unsere Diskussion und zeigte auch über den Vortragstag hinaus großes Interesse an den Forschungsprojekten der Vortragenden. Anregend auf der gesamten Konferenz war die Mischung aus Early-stage-Researchers und „gestandenen“ ProfessorInnen.

Überschattet wurde die Konferenz vom aktuellen politischen Konflikt zwischen der Türkei und Israel (dem Sitz der Gesellschaft). Zum einen war die diesjährige Teilnahmezahl mit ca. 450 Teilnehmenden geringer als die Zahl derer, die sich angemeldet hatten und gleichzeitig geringer als die Teilnahmezahl vergangener Konferenzen (1200 TeilnehmerInnen bei der 10th ISSEI auf Malta). Zum anderen fiel ein „Cocktail“ mit dem Bürgermeister des Stadtteils Çankaya aus politischen Gründen aus. Statt dessen wurde vor der Closing Speech ein Tanz der Derwische dargeboten.

Einige Beschwerden wurden über die Organisation der Konferenz laut: So wurde z.B. kritisiert, dass die Tagung nicht in einer Universität ohne Klimaanlagen in den Seminarräumen hätte stattfinden dürfen (die Durchschnittstemperatur im August beträgt in Ankara 28°C, in dieser Woche stieg das Thermometer auf 40°C). Außerdem waren die Anmeldezeit sowie der Eröffnungsvortrag auf der Homepage der Konferenz falsch angegeben.

Dank der finanziellen Unterstützung durch das ZGS konnte ich internationale Vortragserfahrung sammeln und „networking“ mit anderen Arendt-ForscherInnen betreiben. Zudem ist die (digitale) Veröffentlichung der Conference Proceedings geplant.