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14. Treffen der Polnischen Gesellschaft für Phänomenologie, Warschau, 28-29 November 2014

„Phenomenology and the Social Sciences“ lautete das Thema der 14. Konferenz der Polnischen Gesellschaft für Phänomenologie. Vom 28. bis 29. November 2014 trafen sich in der Polnischen Akademie der Wissenschaft in Warschau 29 Forscher aus acht verschiedenen Ländern, um Themen wie die Verwandtschaft zwischen Hermeneutik und Soziologie sowie Migration zu diskutieren.


Der erste Tag des Treffens war den Relationen zwischen Phänomenologie und Sozialphilosophie gewidmet. Vorträge wurden auf Deutsch, Französisch und Englisch gehalten. Anna Orlinowski von der Bergischen Universität Wuppertal hielt einen Vortrag zum Thema „Leib, Ausdruck und Sozialität“, Olga Shparaga aus Minsk lieferte eine interessante Perspektive über die Relation zwischen Zeitlichkeit und Gemeinschaft, während die Philosophie Heideggers am ersten Konferenztag im Zentrum der Überlegungen von drei anderen Vorträgen stand.


Am 28. November hielt der deutsche Soziologe Hans-Georg Soeffner den Abendvortrag. Der emeritierte Professor der Universität Konstanz gilt mit seinem Buch Auslegung des Alltags, Alltag der Auslegung als Begründer der hermeneutischen Soziologie des Wissens und Vertreter der vom österreichischen Phänomenologen Alfred Schütz initiierten Tradition der Sozialtheorie phänomenologischer Orientierung. In seinem Vortrag „The Hermeneutic Approach of Sociology of Knowledge“ gab Soeffner einen Überblick über die wichtigsten Herausforderungen seiner wissenssoziologischen Hermeneutik.


Auch am ersten Tag behandelte mein Vortrag das Problem der Anonymität im Denken von Alfred Schütz und seinem ehemaligen Schüler in der New School for Social Research in New York Maurice Natanson. Mit dem Titel „Über das Intersubjektive hinaus: Maurice Natanson und der anonyme Charakter der Sozialwelt“ handelte die Präsentation von der Entwicklung des Konzepts der Anonymität innerhalb der phänomenologischen Tradition Edmund Husserls sowie den Modifikationen, die der Begriff bei Alfred Schütz erfährt. Mein Interesse bestand darin, zu zeigen, inwiefern auf Basis einer philosophischen Behandlung der Anonymität ein phänomenologischer Diskurs über das Soziale jenseits der Intersubjektivitätstheorie möglich ist.


Der zweite Tag des Treffens begann mit einer Rede des polnischen Soziologen Zdzisław Krasnodębski  zum Thema „Phenomenology, Social Sciences and European Political Traditions“. Krasnodębski ist Professor für Soziologie an der Universität Bremen und Mitglied des Europäischen Parlaments. Während der erste Tag spezifisch philosophischen Fragen gewidmet war, behandelten die Vorträge am Samstag Themen wie Roma-Migration, Biographieforschung, Kulturanthropologie und Institutionstheorie.
Eine Veröffentlichung von ausgewählten Vorträgen ist geplant.


Für weitere Informationen zur Tagung und zur Polnischen Gesellschaft für Phänomenologie: http://www.ifispan.waw.pl 


Organisation:
- Polnische Gesellschaft für Phänomenologie / Polskie Towarzystwo Fenomenologiczne
- Institut für Philosophie und Soziologie der Universität Warschau / Wydział Filozofii i Socjologii UW
- Polnische Akademie der Wissenschaft / Polska Akademia Nauk

Organisationskomitee:
Monika Murawska, Andrzej Gniazdowski