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Lire Heidegger: Réflexions sur les lectures de Hedegger dans la philosophie francaise contemporaine

von Angel Alvarado Cabellos

Zwischen dem 23.-24. Oktober 2014 fand an der Universität Jean Jaurès Toulouse die Tagung „Lire Heidegger: Réflexions sur les lectures de Heidegger dans la philosophie française contemporaine“ statt. Ziel der von Masumi Nagasaka, ehemalige Doktorandin der Bergischen Universität Wuppertal, und Equipe de Recherche sur les Rationalités Philosophiques et les Savoirs (ERRAPHIS) veranstalteten Arbeitstagung war die Rezeption des heideggerschen Denkens in der zeitgenössischen französischen Philosophie. Jenseits des problematischen Charakters seines politischen Engagements hat die Philosophie Heideggers nicht nur die französische Phänomenologie, sondern das französische Denken des 20. Jahrhunderts allgemein geprägt.

Im Rahmen der Tagung wurden relevante Auseinandersetzungen zwischen dem Denken Heideggers und der verschiedenen französischen Denker zur Sprache gebracht, welche von der Rolle des Konzepts der politischen und sozialen Gemeinschaft (Maldiney, Levinas, Schürmann) bis hin zum ontologischen Status der heideggerschen Schlussbegriffe wie „Ereignis“, „Geschichte“ und „Sprache“ (Deleuze, Derrida) reichten. Die Teilnahme von Prof. Dr. Didier Franck, einer der wichtigsten Vertreter der dritten Generation der französischen Phänomenologie, hat uns ermöglicht, ein tieferes Verständnis des Werkes Heideggers zu erlangen. Er hat den Schlussvortrag mit dem Titel „De l'or“ (über das Gold) gehalten.

Der Titel meines Vortrags war „ L’ angoisse et la chair chez Heidegger et Henry (die Angst und der Leib bei Heidegger und Henry). Hier habe ich versucht, einerseits die Kritik Michel Henrys auf die heideggersche Annäherung auf das Phänomen von Angst darzustellen. Wenn bei Heidegger die Angst als die Grunderfahrung des Nichts, welche jedoch im transzendentalen Welthorizont aller Phänomene besteht, sich herausstellt, nennt sie im Gegenteil bei Henry die Unmöglichkeit von sich selbst entzweizugehen, welche aller Transzendenz vorausgeht. Andererseits, mittels der Untersuchungen Prof. Didier Francks, ergibt sich daraus, dass sich die Zurückführung der Räumlichkeit auf die existenziale Analytik des heideggerschen Daseins nicht halten lässt. Im Gegenteil lässt es sich zeigen, dass selbst noch die Grundbefindlichkeit der Angst leiblich bedingt ist. Bei Henry trifft man sowohl die Unhaltbarkeit dieser Zurückführung als auch die Verflechtung zwischen Angst und Leib, insofern ihre Phänomenologie des Fleisches die Anstrengung als Angst versteht. Im Gegensatz zu Heidegger erweckt die Angst im Zusammenhang mit dem Fleisch aber ein Begehren in uns, mittels des erotischen Leibes, welches einen neuen Forschungsweg erschließen kann.