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12. Treffen der Nordic Society for Phenomenology Helsinki, 24-26 April 2014

von Tomas da Costa

Zwischen dem 24.-26. April 2014 fand im „House of Sciences and Letters of Helsinki“, in Finnland, das 12. Treffen der „Nordic Society for Phenomenology“ (Nordisk Selskab for Faenomenologi – NoSP) statt. Ziel der 2001 in Kopenhagen gegründeten Gesellschaft ist es, die Kooperation zwischen Forschern der Philosophie phänomenologischer Orientierung zu intensivieren sowie die Lehre und Publikationen zu dieser Thematik zu fördern. Im Leitungsgremium der Society sind heute wissenschaftliche Vertreter der fünf nordischen Länder, unter ihnen Søren Overgaard und Sara Heinämaa. Internationale Mitgliedschaften sind auch zugelassen. 13 Jahre nach ihrer Gründung kommen 50% der Mitglieder der Gesellschaft aus nicht-nordischen Ländern.
Das 12. Treffen der NoSP hatte als Thema „On the limits of phenomenology“. Kristian Klockers aus Helsinki hat ein Paper zur Konstitution der Personalität als Grenzphänomen zwischen Normativität und phänomenologischer Reflexion vorgestellt; Claudio Taridi aus Turin präsentierte eine Arbeit über die Grenzen der transzendentalen Phänomenologie; Guillermo Ferrer, ehemaliger Doktorand der Bergischen Universität Wuppertal und heute Post-Doktorand an der Karlsuniversität Prag las einen Text zu Husserls Begriff des Zufalls vor. Die Abendvorträge wurden von Claude Romano, Professor der Pariser Universität Sorbonne („From self to selfhood“), Thomas Sheehan, Professor der Stanford University („What, after all, was Heidegger about?“), und Hanne Jacobs, Professorin der Universität Chicago („Personhood and Social Life“), gehalten.
Thema meiner Präsentation war „Thomas Luckmann’s Understanding of Phenomenology as Protosociology and the Boundaries of the Social World“. Hier habe ich versucht, eine Relation zwischen Luckmanns Kritik der Transzendentalphänomenologie Husserls und seiner eigenen Theorie der Grenzen der Sozialwelt zu erläutern. Denn dieser Bezug kann aus meiner Sicht zeigen, dass Luckmanns Kritik an Husserl seinem Projekt einer als Protosoziologie verstandenen Phänomenologie Form gibt. Interessant ist dabei, dass für Luckmann im Gegensatz zu Husserl die Idee „menschliches Wesen“ eine Modifikation von der Idee „Leib“ darstellt, in einer Kritik der Intersubjektivitätstheorie Husserls, die sich in vielen Aspekten von der Kritik Alfred Schütz‘ – der die Tradition der phänomenologischen orientierten Soziologie begründet hat, zu der Luckmann gehört – unterscheidet. Wenn Während Schütz‘ Behandlung des Intersubjektivitätsproblems eine pragmatische Theorie der Lebenswelt als Resultat hatte, ist kann Luckmanns Distanzierung der Transzendentalphänomenologie als ist Ursprung seines protosoziologischen Projekts und zugleich seiner Theorie der Grenzen der Sozialwelt begriffen werden.


Für weitere Informationen zum Kongress und zur Nordic Society of Phenomenology: blogs.helsinki.fi/nosp-2014/

Organisation:
- The Nordic Society for Phenomenology / Nordisk Selskab for Fanomenologi          (NoSP)
- Philosophical Society of Finland
- Research network Subjectivity, Historicity and Communality (SHC),

Organisationscomittee:
Sara Heinämaa, Mirja Hartimo, Jussi Backman, Timo Miettinen, Simo Pulkkinen