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XVIII World Congress of Sociology, 13.-19. Juli 2014, Yokohama, Japan

von Aytüre Türkyilmaz

Vom 13.-19. Juli 2014 fand in Yokohama, Japan, der von der International Sociological Association (ISA) ausgerichtete XVIII World Congress of Sociology statt. Die ISA ist eine internationale Forschergemeinschaft mit Mitgliedern aus 167 Ländern, die 1949 unter Federführung der UNESCO gegründet wurde. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Soziologinnen und Soziologen aus allen Bereichen und unabhängig von ihrer Forschungsperspektive zu repräsentieren, um soziologische Forschung im internationalen Kontext zu fördern. Der diesjährige Kongress stand unter der übergeordneten Thematik „Facing an Unequal World: Challenges for Global Sociology”. Neben mehreren presidential und plenary Sessions, gab es zahlreiche thematische Sessions, Roundtables und joint Sessions von insgesamt 55 Forschungskomitees, die sich dem interdisziplinären Austausch in der Ungleichheitsdebatte, unter  Berücksichtigung spezifischer Kontexte und Forschungsausrichtungen, widmeten.
    
Dank der Förderung durch das ZGS wurde mir die Teilnahme an dem alle vier Jahre stattfindenden Kongress ermöglicht. Im Rahmen des Forschungskomitees „Sociology of Childhood“ konnten meine Kollegin Stefanie Morgenroth (IFB – School of Education) und ich unter der Thematik „Inequality, Diversity, Discrimination“ aktuelle Ergebnisse aus unserem interdisziplinären, vom BMBF geförderten Forschungsprojekt SEBI – „Selbstorientierung und Selbstständiges Lernen: Eine Analyse von Sozialisations- und Lernumgebungen von Grundschulkindern“ präsentieren. Unser Vortrag zu Ungleichheitseffekten in deutschen Grundschulen stieß auf sehr hohes Interesse, was sich durch eine angeregte Diskussion, detaillierte Rückfragen und viel Zuspruch äußerte. Da mein Promotionsvorhaben, in dem ich mich mit Passungsprozessen zwischen Familie und Schule beschäftige, an das vorgestellte Forschungsprojekt gekoppelt ist, erhielt ich zudem die Chance, meine Forschungsperspektive und den bisherigen Stand der Analyse mit internationalen Kolleginnen und Kollegen aus der Kindheitssoziologie zu besprechen.
    
Die Varietät des Konferenzprogramms bot außerdem die Gelegenheit an unterschiedlichsten thematischen Sessions des Forschungskomitees „Sociology of Childhood“ teilzunehmen, ebenso wie an Sessions aus verwandten Disziplinen, wie zum Beispiel der Familien- und der Jugendsoziologie. Hier konnte ich nicht nur den eigenen Ansatz um andere Forschungsperspektiven bereichern, sondern auch internationale Kontakte hinzugewinnen. Denn trotz der Größe des Kongresses gab es immer wieder Möglichkeiten wertvolle Kontakte zu knüpfen – so konnte ich vor allem die persönliche Atmosphäre der Forschungskomitees, aber auch die Zeit zwischen und nach den Vortragsreihen zum fruchtbaren Austausch und zur Vernetzung nutzen. Als besonders interessant empfand ich aber auch die Japanese Thematic Sessions, die bemerkenswerte Einblicke in die Gesellschaft des Gastgeberlandes ermöglichten.  
Gerade für Nachwuchssoziologinnen und -soziologen, die sich noch in der Phase der wissenschaftlichen Profilbildung und Positionierung befinden, empfiehlt es sich meines Erachtens nach sehr am ISA-Kongress teilzunehmen, um die internationale Forschergemeinschaft kennenzulernen.


Weitere Informationen zur International Sociological Association (ISA) und den Kongressen:

www.isa-sociology.org