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PhD Seminar in Leuven, Belgien vom 25-29 August 2014

von Anna-Katharina Hanrahan

Das Phd Seminar der European Federation of Associations and Centres of Irish Studies (EFACIS) fand vom 25.-29. Auguts 2014 im Centre of Irish Studies in Leuven, Belgien statt. Der Veranstaltungsort war hierbei von besonderer historischer Signifikanz, da Leuven über Jahrhunderte Zufluchtsstätte und Studienort für Studenten und Kleriker irischer Herkunft ist und sich somit das Studium irischer Texte und irischer Kultur in eine lange Tradition einreihen kann. Auch arbeitet die Bergische Universität Wuppertal seit 2013 als Teil des Irish Itinerary mit EFACIS eng zusammen und darf im Rahmen dessen immer wieder irische Gäste sowohl aus dem akademischen Bereich als auch Autoren, Musiker und Regisseure begrüßen.

Der Eröffnungsvortrag wurde von Séan Crosson zum Thema Imagining Irelands: Irish National Cinema gehalten und bot einen Überblick über die Geschichte des irischen Films und der hierin enthaltenen wandelnden Repräsentationen Irlands. Dies war für mich von besonderem Interesse, da ich im Bereich Cultural and Media Studies in der Lehre tätig bin und sich hier somit meine Forschung im Bereich irische Identität mit der Filmanalyse überschnitt. Im Rahmen des Seminars wurden außerdem jeden Morgen Arbeitsgruppen zu verschiedenen wissenschaftlichen Konzepten der Literaturanalyse, wie z.B. der feminist narratology oder genetic criticism, angeboten, ein Umstand, den ich auch für meine eigene Arbeitsweise als sehr hilfreich und bereichernd empfand.
Mein eigener Vortrag beschäftigte sich unter dem Thema Narrating Irish Identity in Celtic Tiger Drama mit der Analyse irischer Dramen aus der Zeit des Celtic Tiger und stellte somit den derzeitigen Stand meiner Dissertation zur Diskussion. Hierbei zeigte ich anhand von Auszügen aus Dermot Bolgers Ballymun Trilogy und Marina Carrs Midland Trilogy auf, wie das soziologische Konzept der narrativen Identität in der Analyse der -für das irische Drama der letzten 20 Jahre charakteristischen- langen monologischer Episoden fruchtbar sein und (neue) Prozesse der Identitäts-, aber auch der Gemeinschaftsbildung, offenlegen kann. Nach meinem Vortrag durfte ich mich über ein positives Feedback freuen. Auch in den folgenden Tagen der Konferenz konnte ich immer wieder meinen Ansatz diskutieren und Ratschläge sowohl von anderen Doktoranden, aber auch von internationalen Wissenschaftlern des Fachs, entgegen nehmen.
Da im Rahmen der Konferenz viele andere internationale Doktoranden aus den Irish Studies ihre Projekte vorstellten, konnte ich zudem einen Einblick in deren Arbeitsweise gewinnen. Ebenso wurde ein allgemeiner Überblick der derzeitigen Entwicklungen im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses der Irish Studies geliefert. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Konferenz mir sowohl die Möglichkeit eröffnet hat, selbst Teil des wissenschaftlichen Diskurses zur irischen Literatur zu werden, als auch selbständig internationale Kontakte zu knüpfen und in den Austausch mit Vertretern meines Forschungsgebietes zu treten, um so bereits bestehende Verbindungen der BUW zu Centren der Irlandistik international zu verstärken.