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Bericht zur Tagung “International Symposium on Bilingualism (ISB9)”, 10. - 13. Juni 2013 in Singapur

von Dr. phil. Laia Arnaus Gil

 

Die internationale Tagung International Symposium on Bilingualism hat zum 9. Mal seit ihrer Entstehung wichtige Beiträge zur Mehrsprachigkeit in ein für sich mehrsprachiges Land wie Singapur angeboten. Der Erfolg dieser Konferenz basiert auf vielfältigen Vorträgen vor einem internationalen Fachpublikum, die von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gehalten werden, die sich mit dem frühkindlichen und späteren Spracherwerb sowie generell Mehrsprachigkeit und Fremdsprachen beschäftigt haben. Dieses Jahr wurden Sprachwissenschaftler eingeladen, die seit mehreren Jahren im Bereich des Spracherwerbs (Muttersprache, L1 oder Fremdsprache, L2) forschen wie z. B. Ofelia Garcia (University of New York, USA), Monica Schmid (University of Groningen, die Niederlande), Elisabeth Lanza (University of Oslo, Norwegen), Elena Nicoladis (University of Alberta, Kanada) und Juana M. Liceras (University of Ottawa, Kanada), unter vielen anderen. Der besondere Fokus der diesjährigen Tagung war der Erwerb mehrerer Sprachen in einer Gesellschaft die weiterhin mehrsprachig sein wird und sich weiter selber entdeckt, wie im Land Singapur der Fal seit mehreren Jahren ist. Dieses Gebiet, in dem generell noch ein großer Forschungsbedarf besteht, hat sich in den letzten Jahren als ein sehr wichtiger Schwerpunkt im Rahmen der Mehrsprachigkeitsforschung entwickelt.

Die Wichtigkeit und die gesellschaftliche Relevanz dieses Forschungsbereiches hat es den Organisatoren dieser Tagung ermöglicht, eine große Anzahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einzuladen, die sich mit verschiedenen Bereichen der Mehrsprachigkeit beschäftigen, wie z.B. Soziolinguistik, Erst- und Zweitspracherwerb, Sprachverlust, Heritage Sprecher, usw. Aus diesem Grund wurden an den vier Konferenztagen elf gleichzeitige Arbeitsgruppen konzipiert, die jeweils u.a. zu den folgenden Themen zugeordnet waren:

  • bilingual and multilingual first language acquisition
  • bilingual and multilingual speech processing
  • bilingual and multilingual studies of conceptual domains
  • child/adult second language acquisition
  • contact induced language change
  • grammatical and sociolinguistic studies of code-switching
  • language attrition
  • language contact phenomena
  • language policy and ideology of bilingualism/multilingualism
  • language shift, language maintenance and language loss
  • multilingualism, migration and identities
  • neurolinguistic studies of bilingualism and multilingualism
  • psycholinguistic studies of bilingualism and multilingualism
  • sociolinguistic studies of bilingual and multilingual communities and migration

In den vier Tagen haben jeweils vier Poster Sessions stattgefunden. Sie waren nicht thematisch geordnet aber haben die Möglichkeit angeboten weitere Vorträge zu gestalten, die in Form von einem Plakat waren in dem man die wichtigsten Ergebnisse seiner Studie präsentieren konnte.

Am zweiten Tag der internationalen Konferenz war es mir möglich, die wichtigsten Ergebnisse meiner Doktorarbeit zum bilingualen und trilingualen Erwerb von spanischen (und katalanischen) Kopulaverben vorzustellen. Die Form des Plakats ist sehr positiv aufgefallen da ich mehrmals die Möglichkeit hatte mit mehreren Teilnehmern über meine Arbeit zu sprechen, Fragen zu beantworten und Kontakte zu knüpfen. Diese Form meine Studie zu präsentieren dauerte eine Stunde und die Kommentare und Diskussionen die vor dem Poster entstanden sind werden mir sicherlich eine Weile noch begleiten, da die wissenschaftlichen Anregungen sehr interessant waren und für zukünftige Studien sicherlich nützlich werden. Ich bedanke mich für die Unterstützung durch das ZGS. Diese Vortragsreise wäre nicht zustande
gekommen wenn eine finanzielle Beihilfe seitens des ZGS nicht stattgefunden hätte.