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Bericht über Teilnahme an Konferenz NORDES 2013, 09.-12. Juni 2013, Kopenhagen/Malmö

von Laura Popplow

NORDES ist eine durch das Netzwerk der skandinavischen Design- und Kunsthochschulen veranstaltete Konferenz für Designforschung. Die Konferenz ist der Anlaufpunkt für alle, die sich mit dem sogenannten „scandinavian aproach“ in der Designforschung beschäftigen.  Dieser seit den siebziger Jahren entwickelte Ansatz hat am prominentesten in der Methodik des Participatory Design (PD) seinen Ausdruck gefunden, weswegen die Konferenz auch einen starken Schwerpunkt in diesem Feld hat.  Nicht umsonst ist Pelle Ehn, einer der beiden Begründer des Participatory Design einer der Vorsitzenden des Konferenzkomitees. Die NORDES 2013 stand unter dem Thema „Experiments in Design Research“ und fand vom 9-12. Juni in Kopenhagen und Malmö statt.  

Mit dem Thema der Experimente in der Designforschung war ein Rahmen gesetzt, zu dem eine Vielzahl spannender Forschungs-Projekte aus verschiedensten Bereichen gestalterischer Praxis vorgestellt wurden. Obwohl sich einige Projekte und Panels sehr direkt auf die skandinavische Tradition eines demokratischen, partizipativen Designansatzes bezogen und auf theoretische und methodische Modelle verwiesen, wurden auch viele neue, experimentelle Ansätze gezeigt. Das Themenspektrum reichte von Design Politics, Design for the Social und Co-Design bis hin zu Überlegungen zur Rolle des Designer, Design for the Future und Design Fictions.

Die sehr internationale Besetzung und fast verdoppelte Teilnehmerzahl machten den wachsenden Einfluß der Konferenz in der Designforschung deutlich. Erstmals integrierte sie sowohl eine Ausstellung als auch einen kompletten Workshop-Tag als gleichwertige Teile der Konferenz. Ich war sowohl an der Ausstellung als auch an dem Workshoptag beteiligt und konnte gutes und kritisches Feedback sammeln. Die Keynotes von dem Architekten und Designer Usman Haque und den beiden Philosophen und ästhetischen Praktikern Erin Manning und Brian Massumi aus Montreal rundeten die Konferenz inhaltlich ab und machten einmal mehr klar, das sich gestalterische Praxen nicht mehr einfach kategorisieren lassen.

Das Konferenzdinner am vorletzten Konferenztag machte noch einmal deutlich wie sich die partizipativen Qualitäten des skandinavischen Designs ganz praktisch übersetzen lassen: Drei Pop-Up Restaurants waren aufgebaut, denen man per farbigem Ticket zugeteilt war - wer etwas anderes probieren wollte, musste sich austauschen, die Tischordnung musste erst gemeinsam aufgebaut und der Wein zu dritt bestellt werden - auf diese Weise mischten sich die Gruppen noch einmal deutlich und man kam sowohl mit den Leitern der Konferenz, Studenten, wie auch mit den Keynotespeakern  ganz locker ins Gespräch. „The scandinavian aproach“, hier war er ganz konkret zu erleben.