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Tagungsbericht: „Geschichts(er)findungen. Felicitas Hoppe als Erzählerin zwischen Tradition und Transmoderne“

30. November bis 1. Dezember 2012, University of Oxford (Großbritannien)

von Maria Hinzmann

Blick aus dem Lady Brodie Room des St Hilda’s College, Oxford

Am 30. November und 01. Dezember 2012 fand unter dem Leitbegriff der „Geschichts(er)findungen“ in Oxford die erste Tagung außerhalb des deutschsprachigen Raums zum Werk Felicitas Hoppes statt. Spätestens mit der Auszeichnung durch den Georg-Büchner-Preis 2012 zog die vielschichtige Autorin breite Aufmerksamkeit auf sich, die ihr innerhalb der Literaturwissenschaft bereits seit längerem zuteil wird.

Auf die Einführung durch die Veranstalterinnen folgte eine Begrüßungsrede von Ritchie Robertson. Für die keynote speech konnte die Hoppe-Expertin Michaela Holdenried gewonnen werden. Dass mein Betrag innerhalb der Sektion „Zyklen, Brücken, Sprünge: Narrative Muster in Felicitas Hoppes Prosa“ in einem sehr ertragreichen Diskussionszusammenhang stand, war für mich besonders erfreulich, da ich vor allem im Rahmen meines Dissertationsprojekts versuche, methodisch-theoretische Schnittstellen zwischen Erzähltheorie und Linguistik sowie Rhetorik/Stilistik auszuloten. Den erzähl- und fiktionstheoretischen Herausforderungen der Hoppe’schen Prosa wurde auch in anderen Sektionen nachgegangen, nicht zuletzt in der Sektion „Zwischen Autorschaft und Autofiktion: Narrative Konstruktionen des Selbst“, in der Antonius Weixler (Wuppertal) vortrug, sodass das Zentrum für Erzählforschung der BUW erfreulicherweise durch zwei Beiträge vertreten war. Den inhaltlichen Kontinuitäten in Hoppes Werk (‚Reisen‘, ‚interkulturelles‘ sowie ‚historisches Erzählen‘), die u. a. Gegenstand der anderen Sektionen waren, und durch die sich vielfältige Überlagerungen zu meinen Forschungsschwerpunkten ergaben, verdanke ich zahlreiche Anregungen.

Die Veranstalterinnen Svenja Frank und Julia Ilgner haben für ein herausragendes Rahmenprogramm gesorgt, das bereits am Vorabend der Tagung, am 29.11.12, mit einem literarisch-historischen Spaziergang durch Oxford und anschließendem Besuch eines Pubs begann. Die Förderung eines Writer-in-Residence-Aufenthalts der Autorin durch den DAAD ermöglichte, dass die Tagung in Anwesenheit Felicitas Hoppes stattfand, was eine große Bereicherung darstellte. So fand am Abend des ersten Veranstaltungstages eine Lesung mit anschließender Diskussion statt, an deren Anschluss Studierende mit ihren im Rahmen eines Übersetzungsworkshops entstandenen englischen Versionen von Auszügen aus „Hoppe“ (2012) beeindruckten.

Die intensive mehrtägige Veranstaltung war geprägt von einer angenehmen sowie engagierten Atmosphäre, der ich zahlreiche Impulse verdanke und durch die ich wichtige Kontakte knüpfen und intensivieren konnte. Ich bedanke mich beim ZGS für die Unterstützung dieser Reise, die in jeder Hinsicht ein großer Gewinn für mich war.