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International Congress „Fire Computer Modeling“

Der internationale Kongress „Fire Computer Modeling“ fand vom 18-19. Oktober in Santander in Spanien statt. Die ansässige Universität Cantabria veranstaltet seit 10 Jahren einen Kongress mit Schwerpunkten in den Bereichen Brandschutz und Rettungswesen. Die diesjährige Veranstaltung thematisierte die Simulation von Bränden. Brandsimulationen werden unter anderem zu Forschungszwecken, baulicher Planung oder der Rekonstruktion von Bränden verwendet. Speziell im Bereich des Bauwesens bieten Brandsimulationen als angewandte Ingenieurmethoden wirtschaftlich interessante Lösungen und einen alternativen Nachweis des Sicherheitsniveaus zu bereits bestehenden, gesetzlich geschriebenen Anforderungen.

Als Ingenieurmethoden werden im Bereich Brandschutz verschiedene Brandsimulationsmodelle verwendet. Zum Beispiel werden Zonenmodelle angewandt, die sich auf die Annahme eines in rauchfreier und Rauchschicht unterteilten Brandraumes stützen. Durch diese Annahme wird der Brandraum in 2 Zonen unterteilt. Ebenfalls werden auf numerischer Strömungsmechanik basierende Simulationsmodelle eingesetzt, die den Brandraum in Volumen untergliedern und die physikalischen Zustände in den jeweiligen Volumen berechnen (Feldmodelle).

Da Brände chemische wie auch physikalische Prozesse sind, deren Ausbreitung von unterschiedlichen Bedingungen abhängt, wie Zuluftströmungen oder die Geometrie des Brandraumes, ist eine Darstellung von Bränden nur unter der Verwendung von naturwissenschaftlichen und mathematischen Modellen möglich. Die Wiedergabe von Bränden unterliegt somit verschiedenen Randbedingungen. In Simulationen werden Brände unter anwenderspezifischen Annahmen dargestellt, die ein Wissen des verwendeten Simulationsmodells und Kenntnisse über Brandentstehung, -entwicklung…etc. voraussetzen.
Der Kongress „Fire Computer Modelling“ bietet eine Diskussionsplattform über die Anwendung der verschiedenen Simulationsmodelle. Es werden die realitätsnahe Darstellung von Bränden und die Grenzen der Simulationsmodelle aufgezeigt. Neue Erkenntnisse, Weiterentwicklungen, sowie Schnittstellen verschiedenster Software werden ebenfalls präsentiert. Der internationale Austausch zwischen den Teilnehmern ermöglicht einen Einblick in verschiedenste Anwendungsgebiete.

Der vorgestellte Beitrag über die Ausbreitung eines Brandes durch geöffnete Fenster hilft die Fragestellung des Brandüberschlags von einem Geschoss in das darüber liegende zu beurteilen. Der Vergleich von durchgeführten Simulationen mit realen und kleinskaligen Experimenten im Rahmen einer Validierungsstudie zeigt die Übereinstimmung der numerischen Experimente mit der Realität. Bereits existierende, analytische Beschreibungen des Brandüberschlages können auf diese Weise mit den Brandsimulationsmethoden ergänzt werden.