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Konferenzbericht: The New York Trilogy and the American Metropolis, (Northampton, UK, 29.06.2012)

Der amerikanische Schriftsteller Paul Auster hat – erstaunlicherweise – seine größte Leserschaft in Europa. In den Vereinigten Staaten ist der postmoderne Autor, der mit Werken wie The New York Trilogy (1987) oder Moon Palace (1989) berühmt wurde, hingegen vergleichsweise unbekannt. Dementsprechend finden die einschlägigen literaturwissenschaftlichen Konferenzen, die sich mit Austers Romanwerk beschäftigen, in der Regel in Europa statt. So auch das Symposium "The New York Trilogy and the American Metropolis", das am 29.06.2012 an der University of Northampton, UK stattfand.

Obwohl ich mich natürlich beworben hatte, war ich überrascht, als ich schließlich die Einladung von Mark Brown, dem Veranstalter und Verfasser einer der wichtigsten neueren Monographien zu Paul Austers Werk (Manchester UP, 2007), per E-Mail erhielt. Schließlich hatte ich mich „nur“ mit den Forschungsergebnissen meiner Staatsexamensarbeit beworben, die ich 2011 zum Abschluss meines Studiums verfasst hatte. Völlig ohne Vortragserfahrung und noch ganz am Anfang meiner Promotionsphase würde die erste Konferenzreise nun direkt ins Ausland gehen!

Ein paar Wochen später stehe ich, dank des großartigen fachlichen Feedbacks von Frau Prof. Rennhak, Maria Leopold und Daniel Hostert und der finanziellen Unterstützung des ZGS, mit den anderen Auster-ExpertInnen bei Kaffee und Kuchen (und Tee, das Symposium findet schließlich in England statt!) zusammen und unterhalte mich angeregt. Der internationale Charakter der Veranstaltung wird schnell klar – neben mir sind WissenschaftlerInnen aus Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und sogar Australien anwesend.

Nacheinander werden dann die verschiedenen Vorträge gehalten und diskutiert. Die Themen reichen von metafiktionalen Elementen in Austers New York Trilogy, über das Verhältnis von Austers frühen Gedichten zu seinem Romanwerk, bis hin zum politischen Charakter des neueren Romans Invisible (2009). Jesús Ángel González, einer der Herausgeber des kürzlich erschienenen Sammelbands Invention of Illusions (Cambridge Scholars Publishing, 2011), überrascht alle Teilnehmer mit einer Analyse von Austers Winter Journal – obwohl das Buch noch gar nicht auf Englisch erschienen ist, wurde die spanische Übersetzung bereits veröffentlicht! Mein eigener Vortrag, ein narratologischer Vergleich der postmodernen Erzählstrukturen von City of Glass (1985) und Man in the Dark (2008), wird ebenfalls gut aufgenommen und lebhaft diskutiert (bis wir schließlich von der Dame unterbrochen werden, die das vorzügliche Mittagessen bringt).

Mein Besuch des Symposiums war demnach eine wunderbare Erfahrung und ein voller Erfolg. Nicht nur, weil ich wichtige Kontakte mit anderen WissenschaftlerInnen knüpfen und von den interessanten und ermutigenden Rückmeldungen profitieren konnte, sondern auch weil die Beiträge voraussichtlich in einer Sonderausgabe der literaturwissenschaftlichen Zeitschrift Critical Engagement veröffentlicht werden.

An dieser Stelle möchte ich dem ZGS noch einmal herzlich für die Unterstützung meiner Teilnahme danken.