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Teilnahmebericht an der 33. TaBu Dag Tagung 2012

Vorderseite des Akademiegebäudes

Die jährliche „TaBu Dag“ Tagung ist eine internationale linguistische Konferenz, traditionell organisiert von den Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Universität Groningen in den Niederlanden. Erfahrene Forscher, Doktoranden, Studenten sowie angehende Sprachwissenschaftler nehmen an der Tagung teil und tauschen Erfahrung und Kompetenzen aus. Jedes Jahr werden renommierte Gastredner aus verschiedenen Bereichen der Sprachwissenschaft eingeladen, was zu einem abwechslungsreichen Programm beiträgt. Darüber hinaus bietet die Konferenz den angehenden Sprachwissenschaftlern und Studenten eine hervorragende Möglichkeit, sich mit anderen Linguisten über aktuelle Forschungstendenzen in verschiedenen Bereichen der Sprachwissenschaft auszutauschen. Des Weiteren ist „TaBu Dag“ besonders für Doktoranden und Postdoktoranden interessant, denn sie haben die Gelegenheit, ihre Arbeiten einem breiteren Publikum zu präsentieren und viele nützliche Rückmeldungen zu erhalten.

Dieses Jahr fand der 33. „TaBu Dag“ am 18. und 19. Juni 2012 statt. Die Tagung fing mit dem Gastvortrag von Prof. Cedric Boeckx (Catalan Institute for Avanced Studies) an, der über seine aktuelle Forschung im (interdisziplinären) Bereich Biolinguistik berichtete. Der Vortrag von Prof. Boeckx war somit an die Sprachwissenschaftler adressiert, die sich für die neuesten Tendenzen in der Biolinguistik interessieren und bemüht sind, Linguistik an kognitiven Wissenschaften anzuknüpfen, und somit die Kluft zwischen Sinn- und Gehirnforschung zu überbrücken. Danach folgten die parallelen Sessionen aus den Bereichen Syntax, Spracherwerb, Psycholinguistik, diachrone Sprachwissenschaft, angewandte Linguistik, Phonologie und Soziolinguistik. Zwischen beiden Sessionsblöcken fand der von der Universität Groningen und Gemeinde Groningen organisierte Weinempfang statt. Parallel dazu wurde die Postersession durchgeführt, in der ich mein Poster zum Thema Definitheitseffekte in existentiellen Konstruktionen vorstellte. Den Abend ließen wir mit einem geselligen Dinner in dem gemütlichen Restaurant De Branderij ausklingen.

Am nächsten Tag fingen die ersten Sessionen aus den Bereichen Neurolinguistik, Spracherwerb, Morphologie sowie Musik und Phonologie schon um 9 Uhr an. Um 11 Uhr fand der zweite Gastvortrag von Prof. em. Michel Paradis (McGill University) statt. Prof. Paradis trug zum Thema deklaratives vs. prozedurales Gedächtnis vor. Dabei stellte er anschaulich dar, welche Rolle diese Gedächtnisse im Erst- und Zweitspracherwerb sowie in unterschiedlichen Sprachstörungen spielen.

Die letzten spezialisierten Workshops aus den Bereichen Syntax/Semantik, Psycholinguistik sowie Pragmatik/Diskurs fanden von 13 bis 16 Uhr statt. Gleichzeitig fand ein spezialisierter Workshop zum Thema Musik und Sprache/Phonologie statt. Die Vorträge in diesem Workshop waren sehr inspirierend und gaben uns, den Hörern, viele neue Ideen. 

Die „TaBu Dag“ Tagung wurde mit dem Gastvortrag von Prof. Marc van Oostendorp (Leiden University) abgerundet. Der Vortrag stellte die Problematik im Bezug auf Grammatik und lexikalische Diffusionen/Unklarheiten dar und schilderte den Einfluss, den die Umgebung auf den Sprachwandel hat.

Nach diesem Gastvortrag wurde die Tagung in der Bar Bubbels mit einem Abschiedsdrink abgeschlossen.