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Tagungsbericht: Konferenz des Arbeitskreises „Geschichte der Meeresforschung“

Die Meeresforschung ist ein Fach, das sich in zahlreiche Teilbereiche aufspaltet. Ob Fische, Strömungsverhältnisse oder chemische Zusammensetzung von Meereswasser, in keinem anderen Fach arbeiten Biologen, Physiker und Chemiker wohl so nahe zusammen und das sogar ganz wörtlich. Wer wochenlang auf Schiffen unterwegs ist, bis in die arktischen Tiefen vordringt und bei Eiseskälte seinem Beruf nachgeht, der ist nicht nur auf seine Kollegen aus allen Teilbereichen angewiesen, er muss auch ein ganz außergewöhnliches Verhältnis zu seinem Metier haben.

Der Historiker kann dieses nur bestaunen und sich freuen, wenn Forscher dieses Gebiets sich aufmachen ihre eigene Fachgeschichte zu erforschen. Eine kleine, aber mit Mitgliedern jedes Alters, aller Fachrichtungen und fast aller Institutionen der Meereskunde in Deutschland besetzte Gruppe trifft sich zwei mal jährlich zum Austausch ihrer aktuellen historischen Arbeiten.

Am 25. Mai 2012 war es wieder soweit. Im Johann Heinrich von Thünen-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei in Hamburg traf man sich zum regen Austausch über seine Projekte. Besprochen wurden neben der Jahrestagung, die im September in Lübeck parallel zur Youmares 3.0 stattfinden soll, auch aktuelle Projekte der Mitglieder. So verwies Manfred Stein auf seine stetig wachsende Anton Dohrn-Webseite, Gerd Wegner berichtete über sein Projekt zu Walther Herwig, einem preußischen Ozeanographen, dessen Biographie er gerade erarbeitet. Walter Lenz beschrieb seine Arbeit am Historisch-Meereskundlichen Jahrbuch, das im kommenden Jahr dem Forschungsschiff Meteor gewidmet sein wird. Gudrun Wolfschmidt, Lehrstuhlinhaberin für die Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Hamburg, zeigte die Probleme auf, der sich viele ihrer Promovierenden gegenüber sahen, weil sie oftmals keinen Universitätsabschluss in dem Fach besaßen, in dem sie aus verwaltungstechnischen Gründen promoviert werden müssten. Gerade die Ozeanographen älteren Semesters, die nach der Pensionierung Zeit und Muße hätten, wissenschaftshistorisch zu arbeiten, würden von den Fachbereichen Steine in den Weg gelegt.

Dennoch war die Veranstaltung äußerst positiv gestimmt. Die Tagung im September wird mit großer Wahrscheinlichkeit stattfinden, Öffnungen hin zu den hauptsächlich historisch arbeitenden Fächern wurden begrüßt, einzig das Verhältnis der eigenen Profession zu ihrer Geschichte trübte die Stimmung.