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24. Kongress für Fremdsprachendidaktik der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF) vom 28.09.-01.10.2011

von Stefanie Frisch

Der diesjährige Kongress der DGFF stand unter dem Motto „Globalisierung – Migration – Fremdsprachenunterricht“ und wurde an der Universität Hamburg ausgerichtet. In insgesamt 14 Sektionen und 14 Arbeitsgruppen wurden aktuelle Themen zum Zweit- und Fremdsprachenlernen und zur Mehrsprachigkeit diskutiert. In drei Plenarvorträgen setzten Azouz Begag (CNSR – Centre National de la Recherche Scientifique), Wilhelm Grießhaber (Universität Münster) und Aneta Pavlenko (Temple University) wichtige Akzente. 

Der von mir eingereichte Vortrag mit dem Titel „Da steht /ti:gɐ/, aber sagen tut man /taɪgǝ/“ – Lesen im Englischunterricht mit Lernern nichtdeutscher Erstsprache“ wurde in die Sektion 7 „Mehrsprachigkeit von Anfang an: Herkunftssprache meets Zweitsprache meets Fremdsprache“ aufgenommen, die von Daniela Elsner, Jörg-U. Keßler und Constanze Weth geleitet wurde. Die Tagung bot mir die Möglichkeit, Lernerdaten, die ich im Rahmen meines Dissertationsprojekts erhoben habe, unter einer neuen Fragestellung zu beleuchten. Im Kontext des Englischunterrichts in der Grundschule wird häufig befürchtet, Lerner mit Migrationshintergrund seien mit dem Englischlernen überfordert. Die Auswertung von Leseverstehenstests und Aufnahmen von Kindern, die Texte laut vorlasen zeigt, dass der Migrationshintergrund nicht der einzige Einflussfaktor bei der Entwicklung der Lesefertigkeiten zu sein scheint. Lerner, die z.B. am Herkunftssprachenunterricht teilgenommen haben und aus Familien mit einem hohen kulturellen Kapital stammten, erzielten in den Tests bessere Ergebnisse als Lerner, deren Erstsprache nicht gefördert wurde und in deren Familien Lesen eine geringe Rolle spielte. Der Vortrag stieß auf sehr positive Resonanz, da bisher erst wenige Untersuchungen vorliegen, die den Migrationshintergrund und die Erstsprachen der Fremdsprachenlernerinnen und –lerner differenziert in den Blick nehmen.

Während der Tagung habe ich viele interessante Vorträge gehört. Leider fanden häufig mehrere für meine Forschung relevante Beiträge parallel statt. Der Austausch insbesondere mit anderen Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern in den Pausen und beim Conference Dinner hat wichtige Impulse für den Abschluss meiner Promotion gegeben. Ich danke dem ZGS für die freundliche Unterstützung dieser Konferenzreise.