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"International Conference on Biological Inorganic Chemistry (ICBIC)" (07.-12. August 2011), Vancouver (Kanada)

von Esther Schuh

Campus der UBC

Die gut besuchte „International Conference on Biological Inorganic Chemistry (ICBIC)“ 2011 fand auf dem direkt am Meer gelegenen Campus der Universität von British Columbia in Vancouver, Kanada statt. Die etwa 700 Teilnehmer präsentierten ihre Arbeiten auf über 400 Postern und in 235 Vorträgen, die in 4 oder 5 parallelen Sessions stattfanden. Dabei wurden die neusten Ergebnisse auf verschiedenen Gebieten der Bioanorganik vorgestellt. Sehr interessant waren die Sessions zu Alzheimer, was hier auf biochemischer Ebene passiert und wie man eventuell in diesen Mechanismus eingreifen kann. Auch die Sessions über Malaria, die Bindung von Metallen an Proteine und DNA, sowie die Mechanismen zur Aufnahme von Metallverbindungen in Zellen und deren Transport in biologischem Medium waren sehr informativ. Für mich von besonderem Interesse waren die Vorträge zu Antitumor-Verbindungen mit verschiedenen Metallen wie Platin, Ruthenium und Gold.

Mein Poster wurde gut besucht und hier hatte ich schon eine gute Gelegenheit, meine Arbeit mit interessierten Tagungsteilnehmern zu diskutieren. Neben den spannenden Vorträgen und Postern bot die Konferenz auch die Möglichkeit die  Kooperationspartner unserer Arbeitsgruppe kennenzulernen und mit ihnen über die Ergebnisse meiner Arbeit zu diskutieren. Neben neuen Ideen für Verbindungen und Komplexe erhielt ich außerdem das Angebot für Gastaufenthalte in den Laboren der Kooperationspartner. Biologische Studien sind in unseren Laboren nicht durchführbar, so dass ich meine Verbindungen zur Bestimmung der biologischen Daten wegschicken muss. Mit einem Gastaufenthalt bietet sich die Chance, die biologischen Studien selber einmal kennenzulernen und zu erfahren, welche Arbeitstechniken hinter den Zahlen stecken, die ich als Ergebnis bekomme.

An den beiden freien Nachmittagen im Konferenzprogramm konnte man die Stadt erkunden. Ein Highlight ist hier mit Sicherheit der etwa 404 Hektar große Stanley Park, der mitten in der Stadt auf einer Halbinsel in der Hafeneinfahrt eine Oase der Erholung und Ruhe bietet. Der schon seit Ende des 19. Jahrhunderts unter Naturschutz stehende Park bietet mit seinem Totemfeld einen schönen Einblick in die Geschichte und Kultur der Inuit, Künstler zeigen und verkaufen ihre Werke unter freiem Himmel, und das Aquarium mit Delfinen und Belugawalen lädt zum Verweilen ein. In Downtown Vancouver kann man die „Steamwhistle“, eine alte Dampfuhr, die alle 15 Minuten pfeift, bestaunen und die zahlreichen Wasserflugzeuge bei Start und Landung beobachten. Die Kanadier sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wann immer man mit einer Karte in der Hand nach dem richtigen Weg gesucht hat, kam schon jemand mit der Frage, ob er helfen könne. Sowohl am Zugang zu Grandville Island, einer kleinen Insel mit Markt, Galerien und Souvenirshops, als auch am Steinstrand der von der Universität aus zu erreichen war, sieht man überall die Kunst des Steinebalancierens. Diese Steingebilde leiten sich vom Inukshuk, einer Art Wegweiser für die Inuit, der aus Steinen zusammengesetzt ist, ab.

Stanley Park