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„Wann ist Philosophie interkulturell?“ Nachwuchskonferenz der Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie (GIP e.V.)

Die Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie (GIP e.V.) hat ihre erste Nachwuchskonferenz mit dem Titel „Wann ist Philosophie interkulturell?“ veranstaltet, die am 2. – 3. Oktober 2015 an der Universität Hildesheim stattgefunden hat.

Die Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie hat das Ziel der Konferenz folgendermaßen beschrieben: „Zu den selbsternannten Aufgaben der Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie (GIP e.V.) zählt, Selbstverständnisse nicht nur aus der eigenen Perspektive auszulegen, sondern ebenfalls die Perspektive des Anderen zu berücksichtigen. Diese Suche nach Gemeinsamkeiten und Differenzen erfolgt durch fremdsprachige Quellenstudien und Übersetzungen. Aber auch theoretische Untersuchungen zu Methodologien und intradisziplinären Modellen gehören dazu. Damit reichen die Dimensionen einer interkulturellen Philosophie von der theoretischen bis zur praktischen Philosophie”.  
Die Fragen, mit denen sich die Teilnehmer beschäftigt haben waren: „Wann ist Philosophie interkulturell? Gibt es etwas spezifisch Interkulturelles? Wenn ja, wie ist es beschaffen? Welche Geltung hat dieses Konzept für die Philosophie als Wissenschaft?“

Ich habe mit meinem Vortrag Erfahrung der hybriden Identität, Ein phänomenologischer Beitrag zur Interkulturalität an dieser Konferenz teilgenommen. In meinem Beitrag habe ich versucht, ausgehend von der Phänomenologie (Husserl, Merleau-Ponty und Blumenberg) die Frage nach der Identität aus einer philosophischen Perspektive zu stellen. Mein Anliegen bestand darin zu zeigen, dass wir parallel zur hermeneutischen Herangehensweise an die Frage nach der Identität, welche die Individualität und die Einmaligkeit jedes Lebenszusammenhangs betont und das subjektive Bewusstsein auf die Narrativität reduziert, von einer anthropologieorientierten Phänomenologie reden können, die nach einem einheitlichen Zusammenhang im Hintergrund der kulturellen Identitäten sucht.

Aufgrund der erwähnten philosophischen Basis habe ich versucht zwei Ziele zu erreichen: 1) In der theoretischen Hinsicht einen Annährungsversuch zur phänomenologischen Grundlegung der Philosophie der Interkulturalität zu schaffen. 2) Im zweiten Schritt die Ergebnisse dieser Annährung in der Debatte über den „Orientalismus“ anzuwenden; Und zwar im Gegensatz zum „modernistischen“ Diskurs – welcher gemäß des Fortschrittsideals der Aufklärung die anderen Kulturen in einer geschichtlichen Hierarchie betrachtet – und zum „postkolonialistischen“ Diskurs – welcher den orientalischen Forschungen relevante Vorwürfe macht, aber in sich sehr politisch motiviert ist. Was in meinem Beitrag durch Phänomenologie vorgeschlagen wurde, war der Versuch, ganz im Gegenteil zu beiden Hinsichten, die von der Dichotomie zwischen Wir/Anderen ausgehen, die Erfahrung des „Inzwischen-Seins“ als Ansatzpunkt anzunehmen und eine dritte Möglichkeit anzubieten.