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"European Social Business Forum 2015“, Oslo, 18. - 19.3.2015

 

Mein Name ist Michael Wirtz und ich promoviere zum Konzept „Social Business“, das auf Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus zurückgeht. Muhammad Yunus ist Professor für Wirschaftswissenschaften und hat 1983 die Grameen Bank in Bangladesch gegründet, die an arme Menschen, hauptsächlich Frauen, Mikrokredite vergibt.


Heutzutage hat die Grameen Bank ca. 8 Millionen Kreditnehmerinnen und die Grameen Gruppe besteht aus ca. 40 Unternehmen, die sich alle dem Ziel der Armutsbekämpfung widmen. So lauten die 7 Prinzipien des Social Business:

  1. Business objective will be to overcome poverty, or one or more problems (such as education, health, technology access, and environment) which threaten people and society; not profit maximization.
  2. Financial and economic sustainability.
  3. Investors get back their investment amount only. No dividend is given beyond investment money.
  4. When investment amount is paid back, company profit stays with the company for expansion and improvement.
  5. Environmentally conscious.
  6. Workforce gets market wage with better working conditions.
  7. ...do it with joy. (siehe www.grameencreativelab.com)

Das Grameen Creative Lab ist eine Kooperationsfirma zwischen dem deutschen Unternehmer Hans Reitz und Muhammad Yunus und fördert die Verbreitung des Konzeptes Social Business u.a. durch die Organisation von Events wie Global Social Business Summit, oder, auf europäischer Ebene, dem European Social Business Forum.


Workshop „Social Business City Concept“: 18. März 2015, 14-17 Uhr im Rathaus von Oslo


Da eins meiner Paper meiner kumulativen Dissertation die „Social Business City“ zum Thema hat, wurde ich zu einem Workshop am Tag vor der Konferenz von Herrn Reitz eingeladen, um zusammen mit anderen Experten zu erarbeiten, wie man das Konzept vorantreiben kann. Auch Muhammad Yunus hat an dem Treffen teilgenommen. Wir waren eine Gruppe von ca. 30 Personen mit unterschiedlichen Hintergründen, und die erste Aufgabe bestand darin, in einem einstündigen Workshop verschiedene Fragestellungen zu beantworten. Dafür wurde die Gruppe in zwei Teilgruppen untergliedert, und die Teilgruppe, in der ich tätig war, beschäftigte sich mit den folgenden zwei Fragen:

  1. If you want to establish a Social Business City, what do you have to do in the first three months? Create an action plan for the first steps.
  2. How can you raise awareness for the concept of the Social Business City?

Unsere Gruppe erarbeitete einen Fahrplan, wie so etwas von statten gehen könnte. Diese Ergebnisse wurden dann von mir – stellvertretend für unsere Gruppe - im Gesamtplenum in  einer 10 minütigen Präsentation dargestellt. Danach wurden die Ergebnisse der zweiten Gruppe präsentiert.
Der Rest des Workshops bestand darin, dass verschiedene Fragestellungen im Gesamtplenum diskutiert wurden.

 

European Social Business Forum, 19. März 2015


Am darauffolgenden Tag fand das European Social Business Forum in Kolbotn, einem Vorort von Oslo statt. Zunächst wurde die Veranstaltung durch einen Musikakt eröffnet. Dann erfolgte die Begrüßung der Teilnehmer durch Unni Beate Sekkesæter, Gründerin der Organisation „Mikrofinans Norge“, einer norwegischen Mikrofianzinstitution und Hans Reitz vom Grameen Creative Lab als Vorsitzender des European Social Business Forum. Etwas später, um 9.30 Uhr begann Professor Yunus mit seiner Rede darüber, wie er dazu kam, die Grameen Bank zu gründen und welches Potenzial er mit dem Konzept des Social Business verbindet.

Es folgte ein Programmpunkt, in dem mehrere Social Business Entrepreneurs ihre Geschäftskonzepte darstellten, darunter auch Georgi Lossmann-Iliev vom Magda’s Hotel in Wien.
Nach einer Kaffeepause folgten um 11 Uhr zwei parallele Sitzungen: Eine Sitzung befasste sich mit der Finanzierung von Social Businesses, die andere, wie man Social Business Ökosysteme und Netzwerke aufbaut. Ich entschied mich für die zweite Session, da sie meinem Forschungsgebiet in Bezug auf die Social Business Cities recht nahe kam. Am Beispiel von Albanien und Frankreich wurde erläutert, was besonders wichtig und auch schwierig ist. Für Albanien referierte Shkelzen Marku, Landesdirektor von Albaniens „Yunus Social Business“, und im Falle von Frankreich Christian Vanizette, Mitgründer von „MakeSense“.


Von 12 bis halb 2 war Mittagspause und die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern zu vernetzen. In der Vergangenheit hat es sich in Bezug auf potenzielle Interviewpartner für Artikel gezeigt, dass diese Gelegenheiten sehr wichtig sind.


Um halb 2 begannen wieder zwei parallele Sitzungen: Die Eine zu dem Thema „Human resource management in social business: How to recruit and retain talent?“ In der anderen Sitzung wurde das folgende Thema diskutiert: „The role of academia in social business“. Ich nahm an der zweiten Session teil und stellte im Diskussionspart dar, wie wichtig die Einbeziehung von MOOCs (Massiv Open Online Course) meiner Erfahrung nach in die Lehre heutzutage ist.

Am Nachmittag erfolgte ein Pecha Kucha Festival, was bedeutete, dass mehrere sich mehrere Social Businesses in kurzer Form darstellten. Dazu gehörten:

 

  • „Medarbeiderne“  von Ragnhild Mjonner (Norwegen)
  • „Social Enterprise 360 Programme“ von Roxana Stefanescu (Eu-weit)
  • „Ecotoiletten“ von Thomas Jakel (Deutschland)
  • „MicroStart /European Microfinance Network” von Patrick Sapy (Belgien)
  • “Saint George Valley Organic Farm & JamFruty” von Shkelzen Marku (Albanien)

Um 5 Uhr gab es noch eine Podiumsdiskussion rund um die Frage: “How to strengthen entrepreneurship to tackle cracks in our society?”


Die Gäste waren: Prof. Muhammad Yunus, Truls Berg, CEO Innovation Forum Norwegen, Hans Reitz, Vorsitzender des European Social Business Forums, Unni Beate Sekkesæter, Gründerin „Mikrofinans Norge“ und Ingrid Stange, Gründerin und CEO des „Partnership for Change“. Anschließend wurde die Veranstaltung durch einen Musikakt beendet. Am nächsten Tag gab es noch Exkursionen zu Kleinstunternehmern in Oslo, die demonstrierten, wie Ihnen ein Mikrokredit geholfen hatte, ihr Geschäft zu gründen.


Es war eine großartige und in beruflicher Hinsicht sehr wertvolle Veranstaltung für mich. Ich bedanke mich ganz herzlich für die Förderung der Reise durch das Zentrum für Graduiertenstudien.