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"17th International Conference on Patristic Studies", 10.-14.08.2015, Oxford, England

Die alle vier Jahre stattfindende Patristikkonferenz in Oxford gehört zu den einschlägigsten und größten internationalen Kongressveranstaltungen im Bereich der Patristik; die dort gehaltenen Vorträge werden in der Reihe Studia Patristica veröffentlicht. Indem sie Wissenschaftler aus Theologie, Geschichte, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft vereint, ermöglicht die Konferenz interdisziplinäre Vernetzung auf höchstem Niveau.

Die Veranstaltung begann am Montag (10.08.) mit einem Eröffnungsvortrag in St. Mary´s University Church zum Thema „Sold to Sin: Augustine of Hippo and the Late Roman Slave Trade“ (Susanna Elm) und mit einer typisch englischen Garden Party im Master´s Garden des Christ Church Colleges, wo sich die internationalen Gäste, darunter auch einige koptische Mönche, Benediktinernonnen und jüdische Theologen aus Israel, in lockerem Rahmen kennenlernen konnten. Von Dienstag bis Freitag (11.-14.08.) wurde in den morgendlichen Short Communications und den nachmittäglichen Workshops an verschiedenen altehrwürdigen Veranstaltungsorten ein sehr reichhaltiges und dichtes Programm geboten, das die große Bandbreite der Inhalte, Fragestellungen und Methoden der Patristik wiederspiegelte: Vorträge zu einzelnen Kirchvätern wie etwa Augustinus, Ambrosius und Basilius von Caesarea, zur Entwicklung des  Christentums im römischen, byzantinisch-griechischen und afrikanischen Bereich, zum Alten und Neuen Testament, zur christlichen lateinischen Dichtung und zur Rezeption platonischer Philosophie bei den Kirchenvätern, zu christlichen Frauen oder auch zu „moderneren“ Themen wie „Christianity and Medicine, Health and Disability“ oder „Digital Humanities and the Study of Patristics“ fanden in bis zu zehn verschiedenen Räumen gleichzeitig statt, so dass der Besucher die Qual der Wahl hatte. Ich selbst hielt im Rahmen der Sektion „Christian Latin Poetry“ einen Vortrag zum Thema „Biblical Epic as Scriptural Exegesis - Reception of Ambrose in the so-called Heptateuch Poet“, den ich aus einem Kapitel meiner Dissertation zum spätantiken Heptateuchdichter entwickelt hatte. In der anschließenden Diskussion mit Forschern aus dem Bereich der christlichen lateinischen Dichtung und der Ambrosiusrezeption erhielt ich viele gute Denkanstöße für meine Dissertationsarbeit und es ergaben sich dabei auch einige interessante und wegweisende Kontakte, u.a. zur Wiener Kirchenväterkommission und zur St. Ambrose University in Davenport, Iowa.

Das hochkarätige wissenschaftliche Vortragsprogramm wurde ergänzt durch Bücherausstellungen patristisch einschlägiger Verlage, ein exklusives geistliches Konzert in der Merton College Chapel für die Teilnehmer der Konferenz, die Gelegenheit zur Teilnahme an (anglikanischen) Morgenandachten in der Christ Church Cathedral und die Möglichkeit, die berühmte Bodleian Library zu besuchen.