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Workshop “Lost in Transmission? The Role of Attrition and Input in Heritage Language Development“, 08.-09.10.2015, Reading, England

Der zweitägige Workshop “Lost in Transmission? The role of Attrition and Input in Heritage Language Development” fand vom 08.10.2015 bis zum 09.10.2015 an der University of Reading, England, statt. Er wurde vom Zentrum für Bildung und Multilingualismus organisiert und vom Forschungsrat für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Economic and Social Science Research Council, kurz ESRC) unter der Leitung von Monika Schmid (University of Essex) finanziert. Der Workshop fokussiert die Gruppe der Herkunftssprecherinnen und -sprecher, deren Kompetenzprofile in der Literatur äußerst heterogen gesehen werden. Abhängig von dem Stellenwert der Herkunftssprache in der Familie und vom Grad der schulischen und akademischen Sozialisation in dieser Sprache können die Teilkompetenzen einzelner Sprecherinnen und Sprecher unterschiedlich stark ausgebildet sein. Genau an dieser Stelle setzt der Workshop an und setzt sich das Ziel, Herkunftssprecherinnen und -sprecher genau zu porträtieren und ihre Kompetenzprofile hinsichtlich der Faktoren Migrationsalter, Einschulung und Intensität der Beschäftigung, Input oder familiäre und schulische Umstände zu untersuchen und kontrovers zu diskutieren.

Die sprachlichen Produktionen von Herkunftssprecherinnen und -sprechern lassen sich sowohl auf generelle Phänomene der Sprachaneignung wie Übergeneralisierung oder Simplifizierung als auch auf spezifische (kontakt)linguistische Phänomene wie Transferenz und Konvergenz, unvollständigen Erwerb und Attrition zurückführen. Im Workshop wurden die mündlichen sowie schriftlichen Sprachproduktionen mehrsprachiger Kinder im Alter vor der Einschulung und im Schulalter sowie im Erwachsenenalter unter der Hypothese des unvollständigen Erwerbs der Herkunftssprache kritisch betrachtet.
Dieses Jahr wurden Sprachwissenschaftler eingeladen, die seit mehreren Jahren im Bereich des Spracherwerbs (hier: Herkunftsspracherwerb) forschen, wie z. B. Jason Rothman (University of Reading / The Arctic University of Norway).

Die Vorträge dauerten 30 Minuten, gefolgt von 15-minütigen Diskussionsrunden, in denen die Teilnehmenden vielfältiges und konstruktives Feedback erhalten haben. Die in den Vorträgen behandelten Sprachen reichten von Spanisch und Portugiesisch, über Niederländisch und Deutsch, bis hin zu Türkisch.

Die lebhaften Diskussionen im Anschluss an die Vorträge profitierten davon, dass die TeilnehmerInnen aus den verschiedensten Regionen der Welt (Asien, Amerika, Australien und Europa) stammen und so die vielfältigen Ergebnisse zu unterschiedlichen Sprachen, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten konnten.

Auch meine Posterpräsentation wurde mit großem Interesse diskutiert und methodisch hinterfragt, sodass ich gute Anregungen zu weiteren Vertiefungen erhalten habe. Ich danke daher dem ZGS für die finanzielle Unterstützung dieser Reise nach Reading, England. Ohne diese Unterstützung hätte ich nicht die Gelegenheit gehabt, meine Forschungsergebnisse mit einem internationalen Publikum diskutieren und publizieren zu können. Zudem habe ich neue Kontakte zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern knüpfen können, die an ähnlichen Themen arbeiten.