Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

„Pragmatic Perspectives on Phenomenology“, Prag, Tschechien, 5.-6. Februar 2015

Mit Phänomenologie-Forschern wie Dan Zahavi aus Kopenhagen, Thomas Nenon aus Memphis, James Mensch aus Prag und Mark Wrathall aus Riverside (Kalifornien) im Programm begann am 5. Februar 2015 im Prager Villa Lanna die zweitätige internationale Konferenz „Pragmatic Perspectives on Phenomenolgy“. Organisiert und finanziert wurde das Treffen durch das Institut für Philosophie und Religionswissenschaft und durch die Fakultät für Kunst der Karlsuniversität Prag. Ziel der Konferenz war es, über die Möglichkeit einer kritischen Aktualisierung des „pragmatic Turn“ in der Phänomenologie zu diskutieren.


Die Vorträge behandelten Themen wie die pragmatische Interpretation der Philosophie Heideggers durch Autoren wie Hubert Dreyfus, Robert Brandom und Richard Rorty, sowie die Kritik des Repräsentationalismus und die Phänomenologie von Merleau-Ponty und dem tschechischen Philosophen Jan Patocka. Andreas Beinsteiner aus Innsbruck trug mit einer Überlegung über Rortys Lektüre des Primordinalitätsproblems bei Heidegger zur Diskussion bei. Pavlos Kontos aus Patras, Griechenland, wies in seinem Vortrag „Theory in Praxis: Aristotelian puzzles and Heidegger's escape“ auf eine Lücke in Heideggers Interpretation von Aristoteles hin. Jakub Čapek und Ondřej Švec aus Prag thematisierten die praxistheoretische Orientierung Merleau-Pontys und Patockas, während Witold Płotka aus Gdansk einen phänomenologischen Blick auf das Konzept von Doxa warf. In meinem Vortrag „‚Fremdwirken‘ as a pragmatic and phenomenological concept: an answer to practice theoretical critique“ versuchte ich, eine Antwort auf die praxistheoretische Kritik der Nordamerikaner Stephen Turner und Theodore Schatzki an der phänomenologisch orientierten Sozialtheorie von Alfred Schütz zu entwickeln. Während Turner die interpretative Methode von Schütz ablehnt, charakterisiert Schatzki Schütz‘ phänomenologische Perspektive als „mentalist“.   Doch vor allem in seinem Spätwerk entwickelt Schütz im Anschluss an Husserl einen Begriff von Fremdwirken, der sich von jeglichem Individualismus abwendet. Auf diesen von Schatzki übersehenen Wendepunkt innerhalb von Schütz‘ Sozialphilosophie wollte ich hinweisen.


Eine Veröffentlichung von ausgewählten Vorträgen ist geplant.


Für weitere Informationen zur Tagung: mp.ff.cuni.cz/praxis-phenomenology/

Organisationskomitee:

- Jakub Čapek
- Ondřej Švec