Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

In der Arbeitsgruppe „QualiMeth“ wurden seit 2011 kontinuierlich laufende empirische Dissertationsvorhaben mit einem Schwerpunkt auf qualitativen Methoden diskutiert. Workshops mit externen Referentinnen und Referenten zu methodischen Fragen und spezifischen Auswertungsinstrumenten wurden eigeninitiativ von den Mitgliedern der AG organisiert und vom ZGS der BUW finanziell gefördert. Alle Mitglieder der AG haben in den unterschiedlichen Phasen des Promotionsprozesses von dem wissenschaftsbezogenen wie auch von dem informellen Austausch profitiert und ihre Arbeiten weitgehend abgeschlossen.

 


Übersicht der abgeschlossenen Dissertationen

NameTitelDatum der Prüfung, Hochschule

Dr. phil. Britta Hövelbrinks

Bildungssprachliche Kompetenz von einsprachig und mehrsprachig aufwachsenden Kindern. Eine vergleichende Studie in naturwissenschaftlicher Lernumgebung des ersten Schuljahres

19.12.2013,

Bergische Universität Wuppertal
Dr. phil. Sylke Lützenkirchen Heterogenität im Design: Konflikt- und Kooperationspotentiale in der Zusammenarbeit mit KMU 4.7.2017, Bergische Universität Wuppertal

Dr. phil. Jan Kassel

Portable elektronische Wörterbücher im Englischunterricht: Benutzung, Einstellung, Motivation – Ergebnisse der PEWU-Studie mit Schülerinnen und Schülern der 9.-10. Klasse an Haupt- und Gesamtschulen

3.11.17, Bergische Universität Wuppertal
Dr. phil. Ralf Gießler Lexikalisches Lernen im Englischunterricht ermöglichen – Fallstudien zur Unterrichtswahrnehmung angehender Lehrkräfte 1.2.2018, Justus-Liebig-Universität Gießen

Dr. des. Antje Baumann

Singen mit Vorschulkindern als Hinführung zu literaten Strukturen des Deutschen: eine fachdidaktische Entwicklungsstudie 28.06.2018, Pädagogische Hochschule Freiburg
Dr. theol. Anika Loose ‚Kinderexegese‘ und wissenschaftliche Exegese – Eine Verhältnisbestimmung im schulischen Kontext 18.7. 2018, Ruhr-Universität Bochum

Weitere ehemalige Mitglieder: Lotta Botz, Uta Brus, Maria Gierth, Janine Laupenmühlen

 


 

Dr. Britta Hövelbrinks

Akademische Rätin, Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Interkulturelle Studien, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Erläuterung des methodischen Schwerpunkts (Fokus auf qualitative Methoden):

Die Analyse bildungssprachlicher Kompetenz bei Grundschulkindern erfolgte in einem dreistufigen Vorgehen: Nach der quantitativen deduktiven Analyse sprachlicher Oberflächenmerkmale wurden in einem qualitativen Vorgehen per induktiver Kategorienbildung sog. „bildungssprachliche Diskursfunktionen“ als Ausdruck fachlichen Sprachhandelns identifiziert. Der dritte, verdichtende Schritt war eine linguistische Gesprächsanalyse ausgewählter Unterrichtsszenen. 

 

Wie ich von der AG profitiert habe:

Von der AG konnte ich v.a. in zwei Punkten profitieren: Zum einen habe ich die methodische Anlage meines Dissertationsprojektes regelmäßig mit den KollegInnen reflektieren und überarbeiten können, was mir Sicherheit und neue Anregungen gegeben hat. Zum anderen gebe ich in meiner aktuellen Position forschungsmethodische Lehrveranstaltungen für Lehramtsstudierende und greife dabei auch noch auf Lerneffekte aus den von uns organisierten Methodenworkshops zurück.


 

Dr. Sylke Lützenkirchen

Dipl. Designerin, selbstständig mit eigenem Büro für Kommunikationsdesign; Vorlesungen in Theorie und Praxis des Faches Design

Erläuterung des methodischen Schwerpunkts (Fokus auf qualitative Methoden):

Die Arbeit fragt danach, wie Unternehmer und Designer zusammenarbeiten. Sie thematisiert Konflikte in der Zusammenarbeit von DesignerInnen und ihren AuftraggeberInnen. Basis der empirischen Studie sind narrative Interviews, aus denen subjektive Deutungsmuster, Werte, Haltungen und Bedürfnisse von DesignerInnen und UnternehmerInnen herausgearbeitet werden. Es werden Bereiche identifiziert, die beiderseitig in der Zusammenarbeit als positiv wahrgenommen werden. Für die Auswertung der leitfadengestützten narrativen Interviews kommt eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring mit deduktiver und induktiver Kategorienbildung zum Einsatz. Der qualitative Forschungsansatz wird außerdem durch die Grounded Theory nach Glaser & Strauss ergänzt. Die Arbeit schließt mit einem Anwendungstransfer ab und zeigt Lösungen zur Veränderung der Zusammenarbeit auf. 

 

Wie ich von der AG profitiert habe:

Die AG hat meine Arbeit maßgeblich mit beeinflusst. Hier fand ich ausgesprochen qualifizierte, offene GesprächspartnerInnen, mit denen ich intensiv methodische Fragen diskutierten konnte. Neben den Methodendiskussionen habe ich aber auch vom Austausch über Aspekte wie den Aufbau einer Dissertation und die Kapitelstruktur profitiert. Viel mitnehmen konnte ich auch durch den Austausch über die Vorgehensweisen und methodologischen Problemstellungen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 


 

Dr. Jan Kassel

Studienrat für die Fächer Englisch und Geschichte, Gymnasium Sedanstraße, Wuppertal-Barmen

Erläuterung des methodischen Schwerpunkts (Fokus auf qualitative Methoden):

In der explorativ-deskriptiven Studie wurden mithilfe eines Fragebogens die Wörterbuch-Benutzungsgewohnheiten sowie die Einstellung zur Wörterbuchbenutzung und die Lernmotivation leistungsschwacher Englischlernender erfasst. In einer qualitativen Videostudie wurden Nachschlagehandlungen von Lernenden an Haupt- und Gesamtschulen zu polysemen Lemmata untersucht und sowohl externe und als auch interne Prozesse bei der Wörterbuchbenutzung sichtbar gemacht. Die aufgezeichneten Benutzungshandlungen am Wörterbuch wurden mithilfe einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse quantitativ ausgewertet, währen Videodaten mithilfe einer strukturierenden, evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.


Wie ich von der AG profitiert habe:

Korrekturlesen, Diskussion von Fachliteratur zu qualitativen Auswertungsverfahren, Diskussion von Studiendesigns und zuletzt das Halten von Disputations-Probevorträgen waren wichtige Elemente. Ich habe Rückmeldung zu Vorträgen erhalten, wobei in der AG immer wertschätzend, ehrlich und produktiv Feedback gegeben wurde. Die gemeinsame Diskussion war ein wertvoller Beitrag zur Validierung meiner Auswertungsinstrumente. Als Mitglied der AG war ich sowohl in der Rolle des Vorstellenden als auch des Beobachters. Im geschützten Rahmen habe ich gelernt, Feedback zu geben und Rückmeldungen entgegenzunehmen. Wichtig war auch die Durchführung von Methoden-Workshops mit z.T. hochkarätigen Referentinnen und Referenten. Die intensive Beschäftigung mit Auswertungsverfahren war durch die finanzielle Unterstützung des ZGS möglich. Für mich waren vor allem die gut besuchten Workshops zu MAXQDA besonders weiterführend. Der informelle Austausch war gerade auch in den schwierigeren Phasen des Promotionsprozesses hilfreich.


 

Dr. Ralf Gießler

Akademischer Oberrat, Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften, Anglistik/Amerikanistik: Didaktik des Englischen, Bergische Universität Wuppertal

Erläuterung des methodischen Schwerpunkts (Fokus auf qualitative Methoden):

Ziel dieser qualitativ-explorativen Mehrfachfallstudie war es, die auf lexikalisches Lernen bezogene Unterrichtswahrnehmung von angehenden Englischlehrpersonen zu explorieren. Die Rekonstruktion der Unterrichtswahrnehmung aus den schriftlichen Analysen von Unterrichtsvideos erfolgte mithilfe  evaluativer Kategorien, die deduktiv gebildet wurden. Die Ergebnisse der inhaltsanalytischen Auswertung wurden einzelfallbezogen und für jedes eingesetzte Unterrichtsvideo im Sinne einer dichten Beschreibung ausführlich dargestellt. Wann immer notwendig, wurde der zur Textstelle gehörige Kontext aus dem Unterrichtsvideo hinzugezogen, um die Codevergabe nachvollziehbar zu machen – ein Verfahren, welches den hermeneutischen Charakter der evaluativen Inhaltsanalyse widerspiegelt.

 

Wie ich von der AG profitiert habe:

Der Austausch zu methodischen Fragen wie auch die Diskussion von Textentwürfen und Auswertungsinstrumenten war in allen Phasen des Promotionsprozesses eine große Hilfe. Profitiert habe ich auch von Workshops mit externen Referentinnen und Referenten in gleichem Maße wie von dem informellen Austausch in den wechselnden Phasen eines längeren Forschungs- und Schreibprozesses.


 

Dr. des. Antje Baumann

Abgeordnete Lehrkraft am Kommunalen Integrationszentrum Duisburg mit den Schwerpunkten interkulturelle Unterrichts- und Schulentwicklung, sprachsensibler Fachunterricht und Mehrsprachigkeit

Erläuterung des methodischen Schwerpunkts (Fokus auf qualitative Methoden):

Innerhalb des qualitativ orientierten Forschungsansatzes der fachdidaktischen Entwicklungsstudie stand während der Hospitationsphase an einer Kita in der Wuppertaler Nordstadt die teilnehmende Beobachtung im Vordergrund. Während der Interventionsphasen (Singen unter sprachdidaktischen Aspekten ausgesuchter Lieder mit zwei Gruppen von Vorschulkindern) wurde die Videographie als weiteres Beobachtungsinstrument genutzt. Insgesamt 76 Sitzungen wurden videographiert und mit Hilfe einer inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet. Neben niedrig-inferenten „Sichtstrukturen“ (Ricart-Brede 2014:143) (ca. 35 000 Einzelcodierungen) wurden beobachtete Besonderheiten in Form von Memos kommentiert und analysiert (rund 2000 Memos). Letztere wurden anschließend mithilfe von MAXQDA systematisiert und als Belege für die Ergebnisse aufbereitet. Zudem wurden die punktuell im Rahmen der Vor-, Zwischen- und Nacherhebung gewonnenen Daten zum jeweiligen Sprachstand der Kinder mit deren durch Videographie erfassten sprachlichen Verhalten im Verlauf der Intervention in Beziehung gesetzt. Diese Triangulation der Daten und Methoden diente dazu, den (Zweit-)Spracherwerb der Kinder genauer zu beschreiben und mögliche Einflüsse der Intervention herauszuarbeiten.


Wie ich von der AG profitiert habe:

Von der AG habe ich entscheidende Hinweise zur methodischen Ausrichtung meiner Arbeit erhalten. Insbesondere verdanke ich Lotta Botz den Hinweis auf die fachdidaktische Entwicklungsforschung. Ich fand es hilfreich, Ansprechpartnerinnen und -partner zu haben, die sich – bei aller Unterschiedlichkeit der fachlichen Hintergründe – mit ähnlichen methodologischen und methodischen Fragen beschäftigen.


 

Dr. Anika Loose

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Evangelischen Theologie/Religionspädagogik, Institut für Evangelische Theologie, Universität Dortmund

Erläuterung des methodischen Schwerpunkts (Fokus auf qualitative Methoden):

Ziel der Studie war es, den inhaltlichen Zugang von Grundschulkindern  zum Gleichnis vom Senfkorn (Mk 4,30-32) und zur Reich-Gottes-Thematik über einen qualitativ-empirischen Zugriff mit leitfadengestützten Einzelinterviews zu erfassen. Die Interviews wurden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse (Kuckartz 2012) kategorienbasiert ausgewertet. Auf der Basis von exegetischen Vorüberlegungen zu der oben genannten Textstelle aus dem Markusevangelium konnten deduktive Auswertungskategorien entwickelt werden, während aus dem empirischen Material induktive Auswertungskategorien gewonnen werden konnten. Der inhaltliche Zugang der Kinder zum biblischen Text wurde so eigens gewürdigt. Die Forschungsergebnisse legen es nahe, einen kinderexegetischen Zugang verstärkt in den Blick zu nehmen, um Kinder bereits in der Grundschule zum Operieren mit zentralen theologischen Begriffen anzuleiten.

 

Wie ich von der AG profitiert habe:

Seit Gründung der AG haben sich die Mitglieder der Gruppe mit großer Kontinuität getroffen und einander in allen Phasen des Promotionsprozesses von der Konzeption bis zur Vorbereitung der mündlichen Doktorprüfungen unterstützt. Dem Austausch mit den AG-Mitgliedern verdanke ich entscheidende Hinweise für die Profilierung meines Forschungsdesigns. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den kollegialen Zusammenhalt habe ich in besonderer Weise geschätzt.

 

i.A. für die AG Ralf Gießler, 13.9.2018