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Wuppertaler Kreis für Phänomenologie

Der Kreis ist eine Arbeitsgruppe für die kritische Auseinandersetzung mit den Grundproblemen der Phänomenologie. Die Phänomenologie als thematischer Schwerpunkt unseres Kreises und unserer Forschung wird an der Bergischen Universität Wuppertal vor allem im Institut für Phänomenologische Forschung und im Martin Heidegger Institut erforscht.
Jedes Semester wird im Kreis ein Thema und die entsprechende Bibliographie zur Diskussion gewählt. Aktive Mitglieder haben die Möglichkeit, einen Text zum Semesterprogramm vorzuschlagen und ihn in einer Sitzung vorzustellen (d.h. eine kurze Einführung in die Problematik und eigene Interpretation des Textes vorzulegen). Das Ziel der Treffen ist es, wesentliche philosophische Fragen zu stellen sowie Probleme aufzuzeigen und diese zusammen in einer aufgeschlossenen und freundlichen Atmosphäre zu besprechen, um daraufhin zu einer eigenen Interpretation zu gelangen.
Jeder, der an phänomenologischen Fragen Interesse hat, kann Mitglied werden. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn gewisse Vorkenntnisse in besagtem Bereich vorhanden sind. Die Sitzungen finden alle zwei Wochen statt.
Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechpartner:

Federica González-Luna Ortiz (fedilu{at}hotmail.com)

Sergio Pérez Gatica (sergioperezgatica{at}yahoo.com)


Semesterprogramme:


WS 2014/15
Heideggers Einführung in die phänomenologische Forschung und die Aufgabe des Denkens.
In diesem Semester werden wir den Band 61 der Heidegger Gesamtausgabe “Phänomenologische Interpretationen zu Aristoteles. Einführung in die phänomenologische Forschung” lesen und diskutieren. Diese frühere Vorlesung aus dem WS 1921/22 bietet eine außergewöhnliche Einleitung in eine der grandiosesten philosophischen Werkstätten unseres Zeitalters. In diesem geistigen Laboratorium kann man die graduelle Selbsterhellung der philosophischen Aufgabe erblicken, die ihrerseits eine radikal neue Inanspruchnahme der phänomenologischen Mittel mit sich bringt und diese zu einer bahnbrechenden Umwandlung der transzendentalen Fragestellung Husserls führt. Der Anspruch, das Leben durch die objektivierenden Kategorien der traditionellen theoria zu begreifen, wird von Heidegger endgültig preisgegeben. Stattdessen entwickelt er eine neuartige Ausarbeitung der Grundkategorien des Lebens, in denen sich die urtümliche Bewegtheit des Lebens authentisch widerspiegelt. Es handelt sich um die Entstehung des semantischen Raumes der Faktizität, der vor-theoretischen Dimension des geschichtlichen Daseins als Umwelterlebnis. Voraussichtlich wird der zweite Teil des Semesters dem Aufsatz “Das Ende der Philosophie und die Aufgabe des Denkens” (1964) gewidmet werden.

SS 2014
Die C-Manuskripte Husserls (mit Herrn Prof. Dr. Held)
Die berühmten C-Manuskripte dokumentieren die abschließende Phase von Husserls Analysen der Zeit. Ausgehend von dem Erfahrungsfeld der konkreten lebendigen Gegenwart wird in diesen Texten die Konstitution der Zeit untersucht. Insbesondere strebt Husserl eine Aufklärung des Übergangs von der ausgedehnten und stetig lebendig fließenden Gegenwart des erlebenden Subjekts zur objektiven, gemeinschaftlich konstituierten Zeit an. Der problematische Zusammenhang von transzendentalem Ich und lebendiger Gegenwart stand im Zentrum unserer Überlegungen, wobei auch die Problematik der Einheit und Kontinuität des Ich betrachtet wurde. Einige Sitzungen sind der ethischen Fragestellungen (Lebenseinstimmigkeit und Ethik der Erneuerung) gewidmet worden. Schließlich haben wir uns mit den sogenannten Grenzproblemen der Phänomenologie (Anfang und Ende, Geburt und Tod) und den verschiedenen Versuchen zu ihrer Bewältigung befasst. Als Ehrenmitglied des Kreises hat Herr Prof. Dr. Held mit Enthusiasmus an den Sitzungen teilgenommen und uns bei der Lektüre und Entzifferung der komplexen und hermetischen Texte begleitet.

WS 2013/14
Weltbildung und Weltkonstitution bei Heidegger und Husserl
Thema des ersten Semesters unseres Arbeitskreises war die Auseinandersetzung Husserls und Heideggers mit dem “Rätsel der Welt”. Es wurden mannigfaltige Passagen aus verschiedenen Werken der beiden Autoren gemeinsam gelesen und diskutiert. Der Sinn einer Ausschaltung der Weltgeltung durch die phänomenologisch geforderte Epoché, die Bedeutung der Weltkonstitution und ihr Verhältnis mit der Lebenswelt sind die Hauptthemen der Husserl gewidmeten Sitzungen gewesen. Besonders spannend war die Debatte um den Begriff “Horizont” und seine konstitutive/bildende Implikationen, da er sowohl von Heidegger als auch von Husserl ausführlich betrachtet wird. Bei Heidegger wurde vor allem die Rolle der Sprache für die daseinsmäßige Weltbildung und die ursprüngliche Als-Struktur des In-der-Welt-Seins untersucht. In der letzten Sitzung war Herr Prof. Trawny zu Gast mit einem Vortrag über die umstrittenen Schwarzen Hefte Heideggers.

Begründer:

  • Cibotaru, Veronica (B.U. Wuppertal)
  • González-Luna Ortiz, Federica (B.U. Wuppertal)
  • Giubilato, Giovanni Jan (Freiburg i. Br.)
  • Guzun, Madalina (B.U. Wuppertal)
  • Pérez Gatica, Sergio (B.U. Wuppertal)

Aktive Mitglieder:

  • González-Luna Ortiz, Federica (B.U. Wuppertal)
  • Guzun, Madalina (B.U. Wuppertal)
  • Pérez Gatica, Sergio (B.U. Wuppertal)
  • Giubilato, Giovanni Jan (Freiburg i. Br.)
  • Daily, Aengus (B.U. Wuppertal)
  • Coli, Anna Luiza (B.U. Wuppertal)
  • Warkocki, Wawrzyn (B.U. Wuppertal)
  • Goslar, Tim Florian (B.U. Wuppertal)