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Winterschool zum Thema "CFP: Weltliteratur – neue Perspektiven auf ein altes Konzept"

Winterschool an der Bergischen Universität Wuppertal, 14.-18.12.2015; Im Rahmen von: IPIW – international promovieren in Wuppertal

Bekanntermaßen kann die Idee einer internationalen Literatur unter der Überschrift „Weltliteratur“ bis in das späte 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Dabei ist der bekannteste Vertreter der Idee der Weltliteratur sicherlich Goethe, der – eine Formulierung Wielands aufgreifend – das Konzept der Weltliteratur entscheidend prägte. Im Zuge der vergleichenden literaturwissenschaftlichen Betrachtung unterschiedlicher Nationalliteraturen im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts ergab sich die Vorstellung von einem weltliterarischen Kanon. Tatsächlich jedoch gehörten zu diesem Kanon stets vor allem europäische Texte, weshalb in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schnell Kritik an dem Eurozentrismus dieser angeblich universalen Vorstellung laut wurde. Überdies ging das klassische Weltliteraturkonzept zumeist mit der Vorstellung von Nationalphilologien Hand in Hand, wurde doch vorrangig danach gefragt, welche gemeinsamen Charakteristika Nationalliteraturen haben, um zu einem weltliterarischen Kanon zusammengefasst werden zu können. Eine entscheidende Wende in der Debatte wurde Ende des 20. Jahrhunderts mit den Postcolonial Studies herbeigeführt, die mehr Wert auf die Untersuchung der Differenz, weniger auf die der Gemeinsamkeiten legt. Heutzutage wird „Weltliteratur“ zumeist von qualitativ-ästhetisch argumentierender Kanonisierung entkoppelt und neu als transnationales Phänomen diskutiert, als Darstellungen des Entgrenzens, Über-die-Grenze-Tretens, aber auch des Beharrens auf Grenzen. Weltliteratur beschäftigt sich mit Literatur, die die Verortung des Einzelnen in einer globalisierten Welt zum Gegenstand hat. Unter diesem Blickwinkel scheint es gleichgültig zu sein, in welcher Sprache ein Text geschrieben ist oder wo er spielt. Was sind also die Fragen, die im Rahmen literaturwissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Weltliteratur zu stellen und zu beantworten sind? Wie sieht eine weltliterarische Literaturgeschichtsschreibung aus? Sollte unterschieden werden zwischen weltliterarischen Autoren und Texten der Weltliteratur? Wo sind die Grenzen, wo das Potential dieses Konzeptes? Was bedeutet dies für die konkrete (mitunter vergleichende) Textarbeit?

Die Winterschool wird sich im kleinen Rahmen mit derartigen Fragen auseinandersetzen – durch gemeinsame Textarbeit, durch die Diskussion von diesbezüglich einschlägigen Promotionsvorhaben, durch Vorträge und vieles mehr. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die sich im Rahmen ihrer Promotion auf theoretische Weise oder konkret-analytisch mit „Weltliteratur“ befassen, sind herzlich eingeladen, ein kurzes Exposé (max. 2500 Zeichen) sowie einen kurzen akademischen Lebenslauf an ipiw@uni-wuppertal.de zu senden. Deadline für Einsendungen ist der 02.11.2015.
Ergänzt wird das inhaltliche Programm durch eine Reihe von Workshops, die sich mit Themen befassen, die für die Durchführung eines Promotionsprojektes nützlich und hilfreich sind (Selbst- und Projektmanagement, Gestaltung eines Exposés, Forschungsstrategien etc.). Die Winterschool wird vom 14. bis 18. Dezember 2015 an der Bergischen Universität Wuppertal stattfinden.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Die Veranstaltungen finden im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Programms International promovieren in Wuppertal (IPIW) statt. Ziel von IPIW ist es, Promovierende der Geistes- und Kulturwissenschaften aus dem In- und Ausland dergestalt miteinander zu vernetzen, dass inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte über alle Grenzen hinweg realisiert werden können.

Für Promovierende, die nicht aus Deutschland anreisen, können Reise- und Aufenthaltsstipendien (DAAD-Pauschalen) vergeben werden. Für Informationen hierzu wenden Sie sich bitte per E-Mail an: ipiw@uni-wuppertal.de
CFP: World Literature – New Perspectives on an old Concept


Die englische Version des Textes finden Sie hier. / The english version of this text is available here.