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Asiatische Germanistentagung 2019 „Einheit in der Vielfalt? Germanistik zwischen Divergenz und Konvergenz“

Datum: 26. – 29. August 2019

Ort: Sapporo, Japan

von Hye Jeoung Shin

Die Asiatische Germanistentagung (AGT), die seit 1991 alle zwei bis vier Jahre abwechselnd in Korea, China und Japan veranstaltet wird, ist die größte internationale Germanistenkonferenz in Asien. Die AGT 2019 fand unter dem Generalthema „Einheit in der Vielfalt? Germanistik zwischen Divergenz und Konvergenz“ vom 26. bis 29. August 2019 an der Hokkai-Gakuen Universität, Sapporo in Japan statt. Auf der Tagung wurden über 110 Vorträge in neun Sektionen mit unterschiedlichsten Themen präsentiert. An der Konferenz haben ca. 200 GermanistInnen aus verschiedenen Ländern teilgenommen.

Die Sektion Vier, in der ich meinen Vortrag gehalten habe, beschäftigte sich mit dem Thema „Nach dem Nationalen oder Jenseits des Nationalen – Divergenz und Konvergenz in der modernen Literatur“. Zu dem Thema passte das Werk von Günter Grass, dem sich mein laufendes Dissertationsprojekt: „Eine narratologische Studie zur Poetik der Skepsis in der Danziger Trilogie“, widmet. Für Grass, der sich mit dem in Danzig selbsterlebten Nationalsozialismus und dessen Nachwirkungen in Deutschland in seinem Werk auseinandersetzt, sind ‚das Eigene‘ und ‚das Fremde‘ sowie ‚das Anderssein‘ ein wichtiges Thema. Mein Vortrag „Mechanismen des Ausschlusses – Eine Untersuchung zu narrativen Verunsicherungsstrategien in Günter Grass‘ Katz und Maus“ beschäftigt sich durch die Analyse narrativer Strategien der Verunsicherung damit, wie die Ausgrenzung des Fremdartigen in der alltäglichen kleinbürgerlichen Welt der NS-Zeit im zweiten Werk der Danziger Trilogie, in Katz und Maus, literarisch gestaltet wird.

Da die Präsentation zentrale Themenbereiche meines Dissertationsprojekts berührte, konnte ich in der anschließenden Diskussion interessante Denkanstöße und neue Anreize für die weitere Arbeit erhalten. Nach dem Vortrag durfte ich ein sehr anregendes Gespräch mit dem Moderator der Sektion führen, der auch die frühere Prosa von Grass untersuchte und ein besonderes Interesse an der Trilogie zeigte. Die Diskussion mit ihm gab mir wichtige Hinweise, um mein Dissertationsprojekt theoretisch ergänzen zu können. Auf der Tagung habe ich außerdem unterschiedliche Literatur- sowie SprachwissenschaftlerInnen kennengelernt, insbesondere hat mich der Austausch mit anderen asiatischen Promovierenden sehr gefreut. Wir haben sowohl die gemeinsamen fachlichen Interessen als auch die Bedeutung und den Sinn der Germanistik in und für Asien diskutiert. Wir einigten uns, ein Nachwuchs-Netzwerk aufzubauen sowie weitere Zusammenarbeit zu verfolgen.

Bei dem Zentrum für Graduiertenstudien bedanke ich mich ganz herzlich für die großzügige Unterstützung, die die Teilnahme an der Konferenz und eine sehr wertvolle Erfahrung erst ermöglicht hat.