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10. Bundeskongress Soziale Arbeit

Datum: 5. – 7.9.2018

Ort: Bielefeld

Titel des Beitrags: Zur Nicht-Nutzung in der sozialpädagogischen Nutzerforschung

von Jaqueline Kunhenn

Vom 5. - 7. September 2018 fand auf dem Campus Bielefeld der 10. Bundeskongress Soziale Arbeit statt. Dieser Jubiläumskongress stand unter dem Titel „Der Wert des Sozialen – Der Wert der Sozialen Arbeit“ und wurde gemeinsam vom Initiativkreis Soziale Arbeit, der Fachhochschule Bielefeld und der Universität Bielefeld organisiert. Der Bundeskongress versteht sich als Diskussionsforum, in dem sich die Soziale Arbeit fachlich-politisch positioniert.

Gemeinsam mit zwei Kollegen von der Universität Bielefeld habe ich den Workshop „Wenn der Wert der Sozialen Arbeit in Frage steht – Zu Nutzungsdisparitäten und der Nicht-Inanspruchnahme Sozialer Arbeit“ konzeptualisiert und moderiert. Dieser Workshop vereinte insgesamt sechs Beiträge, welche Prozesse, Barrieren und Verlaufskurven der (Nicht)-Inanspruchnahme personenbezogener sozialer Dienstleistungen aus unterschiedlichen (methodologischen) Perspektiven in den Blick genommen haben.

Neben der Aufgabe der Moderation habe ich einen Vortrag mit dem Titel „Zur Nicht-Nutzung in der sozialpädagogischen Nutzerforschung“ gehalten. Der Beitrag verdeutlichte, auf welche Weise sich die Forschungsperspektive der sozialpädagogischen Nutzerforschung mit dem Themenfeld der Nicht-Nutzung von sozialen Dienstleistungen in Folge von Abbrüchen und eigenständiger Beendigung befasst und wie dieses Feld bislang theoretisch konzeptualisiert ist. Hierfür wurde der aktuelle Forschungsstand zu dieser Thematik aufgezeigt und durch Ergebnisse einer eigenen empirischen Studie ergänzt. Die Ergebnisse der dargestellten Untersuchungen zeigen unter anderem, dass im Kontext der Nutzung von personenbezogenen sozialen Dienstleistungen, vor dem Hintergrund der lebensweltlich basierten Relevanzen der Nutzer, Barrieren entstehen können. Hierbei spielen insbesondere moralische Fragen der Anerkennung und Nicht-Anerkennung und die Wahrnehmung von Machtstrukturen eine bedeutsame Rolle. Insbesondere können solche Bedingungsfaktoren, die die notwendige Passung von Dienstleistungserbringung und Inanspruchnahme aus der Sicht der NutzerInnen verhindern, zu Abbrüchen und eigenständigen Beendigungen von Nutzungsprozessen führen.

Durch die Teilnahme am Kongress und insbesondere durch den inhaltlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Universitäten im Rahmen des Workshops habe ich neue Impulse für meine Dissertation gewonnen. Vielen Dank an das ZGS für die Förderung!