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66. Annual Conference on Mass Spectronomy and Allied Topics der ASMS

Datum: 03. – 07. Juni 2018

Ort: San Diego, Kalifornien/USA

Titel des präsentierten Posters: "Ion-solvent interactions in nanoESI-MS: Characterization of charge depletion and charge conservation (supercharging) processes"

von Christine Polaczek

Die American Society for Mass Spectrometry (ASMS) veranstaltet jedes Jahr die in den USA stattfindende Annual Conference on Mass Spectrometry and Allied Topics. Wie der englischsprachige Titel vermuten lässt, bringt die Veranstaltung Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zusammen, die sich mit der Massenspektrometrie und inhaltlich verwandten Themen beschäftigen. Als eine der wichtigsten Methoden der instrumentellen chemischen Analytik ist die Massenspektrometrie bzw. ein Massenspektrometer integraler Bestandteil eines modernen Analytiklabors. Die große Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten der Massenspektrometrie spiegelt sich in der Vielzahl der auf der Konferenz vertretenen Fachdisziplinen (Chemie, Biologie, Medizin, Physik, Geologie, Forensik) wider. Diese Interdisziplinarität und Internationalität sowie die nahezu erschöpfende Themenabdeckung der ASMS-Konferenz im multidisziplinären Forschungsgebiet Massenspektrometrie ist an anderer Stelle kaum zu finden.Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich dieses Jahr die Möglichkeit bekommen habe, an der 66. Tagung der ASMS vom 03. bis zum 07. Juni in San Diego (Kalifornien, USA) teilzunehmen und meine Forschungsergebnisse in Form einer Posterpräsentation vorzustellen. Hinter dem Titel meines Posters "Ion-solvent interactions in nanoESI-MS: Characterization of charge depletion and charge conservation (supercharging) processes" verbirgt sich mein Forschungsziel, die molekularen Prozesse der Gasphasenclusterchemie im Elektrospray-Ionisations-Prozess zu beschreiben. Meine Forschungsarbeiten gestalten sich dabei sehr grundlagenorientiert, da ich versuche, experimentelle Beobachtungen in einen komplexen Mechanismus einzugliedern. Während meiner eigenen Posterpräsentation durfte ich erfahren, dass meine Arbeiten auf großes Interesse stoßen. Einerseits konnte ich mechanistisch bedeutsame Ergebnisse einem kritischen Fachpublikum zeigen und intensiv diskutieren. Dabei habe ich viele Anregungen und Ideen für weiterführende Experimente mitgenommen. Andererseits hatte ich aber auch die Gelegenheit, anwendungsorientierten Forschern und Forscherinnen meine fundamentalen Untersuchungen zu präsentieren. Insbesondere die Begeisterung dieses fach- bzw. methodisch fremden Publikums hat mich erfreut und mich darin bestärkt, weiterhin Grundlagenforschung zu betreiben. Neben der Präsentation des eigenen Posters stehen natürlich die Beiträge der anderen Teilnehmenden im Vordergrund. Jeden Tag bieten rund 700 Posterbeiträge und zwei Vortragsrunden mit je acht parallel stattfindenden Sessions ausreichend Möglichkeit, sich über die aktuellen Forschungsergebnisse anderer Arbeitsgruppen zu informieren. Dieses große Angebot hat den Vorteil, dass auf jeden Fall ausreichend Überschneidungen mit den eigenen Forschungs- und Interessensgebieten existieren, aber auch Einblicke in ganz andere und neue Bereiche möglich sind.

Der einzigartig hohe Stellenwert der Tagung hat zur Folge, dass viele Institutionen und Firmen jedes Jahr vertreten sind, und so längerfristige Kontakte und Kooperationen während der Konferenzwoche geknüpft und gepflegt werden können. Mein Promotionsbetreuer Thorsten Benter besucht nun schon seit vielen Jahren regelmäßig gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe die ASMS-Tagung. Dadurch ist ein breites soziales Netzwerk aufgebaut worden, dass sich dynamisch verändert und vergrößert. Besonders spannend finde ich, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, deren Publikationen ich mit großem Interesse verfolge, sowie Kooperationspartner, die man sonst nur aus Telefonkonferenzen oder E-Mails kennt, persönlich zu treffen, mit ihnen zu diskutieren und, nicht zu vergessen, in geselliger Runde mit ihnen das ein oder andere Bier zu trinken.

Apropos gesellige Runde, auf dem Foto ist der Innenhof unserer Unterkunft in San Diego zu sehen, in dem wir morgens gemeinsam gefrühstückt und uns abends über die Highlights des Konferenztages ausgetauscht haben. Da das Angebot der Konferenz zu groß ist, verpasst man gelegentlich auch interessante Beiträge, von denen einem die Kollegen und Kolleginnen dann berichten können. Glücklicherweise sind alle Vorträge und Poster im Anschluss an die Konferenz online zum Download verfügbar. Meine Literaturdatenbank und ich freuen sich über viele neue Einträge!