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28. Jahrestagung des SAGV – Schauplätze - Schauspiele

Datum: 10. - 12. April 2017

Ort: Stellenbosch, Südafrika

Beitrag: zur literarischen Inszenierungen des Gebens am Beispiel eines Textes der kroatischen Autorin Slavenka Drakulić

von Donata Weinbach

Die Jahrestagung des südafrikanischen Germanistenverbandes (SAGV) zu dem Thema „Schauplätze – Schauspiele“ fand im Zeitraum vom 10. bis 12. April an der Stellenbosch University in Südafrika statt und wurde von der Gastgeberinstitution Stellenbosch University, insbesondere von Dr. Rolf Annas und Prof. Dr. Carlotta von Maltzan organisiert. Der seit 1966 bestehende Verband besitzt im Jahr 2017 ein internationales Profil mit Wissenschaftler_innen südafrikanischer Universitäten (u.a. Wits University, Johannesburg; University of Cape Town; University of the Free State, Bloemfontein), Universitäten des südlichen Afrikas (u.a. University of Namibia, Windhoek) sowie mit Mitgliedern weltweit (u.a. Marmara Üniversitesi, Istanbul; University of Gothenburg; Tel Aviv University). Überdies waren Wissenschaftler_innen deutscher Universitäten (u.a. Universität Bielefeld, Universität Würzburg) sowie zahlreiche DAAD-Lektor_innen des südlichen Afrikas vertreten. Das internationale Fachpublikum traf sich zu dem Thema „Schauplätze – Schauspiele“ und besuchte drei Tage lang ein sehr vielseitiges Tagungsprogramm mit sowohl literaturwissenschaftlichen als auch linguistischen Beiträgen, die inhaltlich und methodisch sehr unterschiedlich ausgerichtet waren.

Mein am Anfang stehendes Dissertationsvorhaben, in dem ich mich mit postkolonialer Gegenwartsliteratur aus ethnosoziologischer Perspektive beschäftige, wurde durch die Vielseitigkeit und Dichte der in mindestens zwei Panels parallel stattfindenden Vorträge in vielerlei Hinsicht bereichert. Besonders interessant fand ich in diesem Zusammenhang den Vortrag von Magdalena Kießling (Universität Köln) mit dem Titel „‚Der Skythe setzt ins Reden keinen Vorzug‘ – Schauplatz Kultur zwischen dem Westen und dem Rest in Theaterinszenierungen von Goethes Iphigenie auf Tauris“, in dem sie ihr Projekt, kanonische Schullektüren im Deutschunterricht einer kontrapunktischen Lektüre zu unterziehen, vorgestellt und ihr Vorgehen am Beispiel von Iphigenie sehr anschaulich demonstriert hat. Ein weiterer sehr interessanter Beitrag von Florian Krobb (University of Maynooth) beschäftigte sich mit dem Schatzsuchermotiv in der deutschsprachigen Jugend- und Abenteuerliteratur von circa 1890 bis 1940 und erläuterte dies anhand einer umfassenden und interessanten Textauswahl.

Insgesamt konnte ich in den Vorträgen sehr viele Anregungen sammeln, die meiner Korpuserweiterung dienen und meine Arbeit um einige Perspektiven erweitern. Mit meinem eigenen Beitrag zu literarischen Inszenierungen des Gebens am Beispiel eines Textes der kroatischen Autorin Slavenka Drakulić konnte ich mein Vorhaben erläutern und erste Rückmeldungen eines internationalen Fachpublikums dafür einholen. Die Diskussionen mit internationalen Wissenschaftler_innen, deren theoretische Ausgangspunkte sich mit meinen zum Teil überschneiden, empfand ich als sehr bereichernd. Hinzukommend konnte ich an der Stellenbosch University an bereits bestehende Kontakte im internationalen akademischen Umfelds anknüpfen, die im Rahmen meiner Lehrtätigkeit im Jahr 2016 entstanden sind. Ich danke dem ZGS für die finanzielle Unterstützung, die es mir ermöglicht hat, an der Tagung teilzunehmen und so wichtige Impulse für meine eigene Forschung zu gewinnen.